Banken bringen weitere Kapitalstärkungen auf den Weg

14. August 2012 | Von | Kategorie: Top News

eigenkapitalVor dem Hintergrund schärferer Kapitalanforderungen (Basel III) bemühen sich die Banken fortlaufend um die Stärkung ihrer Eigenkapitaldecken – teils auch mit fragwürdigen Methoden.
Aktuelles Beispiel ist die Schweizer Großbank UBS, die sich nach Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ mit einer Emission von nachrangigen, „verlustabsorbierenden” Schuldverschreibungen auf die zusätzlichen Kapitalauflagen für systemrelevante Banken vorbereitet. Die Papiere sollen sich auf ein Volumen von 2 Mrd. US-Dollar belaufen. Hintergrund sind die Anforderungen der Schweiz an die zwei so genannten „too big to fail“-Banken des Landes, die Credit Suisse und die UBS. Diese systemrelevanten Banken, deren Konkurs die gesamte Volkswirtschaft gefährden würde, müssen in der Schweiz eine progressive Eigenkapital-Komponente aufweisen. Diese hängt von der Bilanzgröße und dem Marktanteil der betroffenen Bank ab (vgl. RMRG vom 23.7.).

Indes versuchen die italienischen Banken offenbar über einen Bewertungstrick ihre Kapitalsituation im Hinblick auf Basel III zu verbessern. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ wollen die Institute die Anteile, die sie an der Zentralbank des Landes, der Banca d’Italia, halten, deutlich höher bewerten. Hintergrund: Banken und Versicherer in Italien haben der Banca d’Italia im Jahr 1936 eine Kapitalspritze von 300 Mio. Lire gegeben. Dazu erklärt die „Financial Times Deutschland“: „Die sind heute schlappe 156.000 Euro wert – viel zu wenig, meinen die Banker und fordern, dass die Zentralbank ihren eigenen ‚Marktwert’ anpasst. Am besten auf 10 Mrd. Euro, was wiederum den Beteiligungsbesitz der Geschäftsbanken drastisch erhöhen und ihre Kapitaldecke stärken würde.“

Als Mittel der Kapitalstärkung für Banken liegt nach Ansicht des „Wall Street Journal Deutschland“ auch der Rückkauf eigener Anleihen weiter im Trend. Zu diesem hätten u.a. schon die Commerzbank, die Société Générale, Intesa Sanpaolo, Banco Santander und die Banco Comercial Português gegriffen. Dazu heißt es erklärend: „Die Banken machen es sich zunutze, dass die anhaltende Euro-Finanzkrise den Wert ihrer langfristigen Schulden senkt, und kaufen Anleihen jetzt also mit Rabatt von den Anlegern zurück. Banken können den Abstand zwischen dem geringeren Kaufpreis und dem Originalwert der Anleihen als Bilanzierungsgewinn verbuchen. Das erhöht ihre Kapitalbasis und schützt sie besser vor möglichen Verlusten.“ Analysten würden dabei jedoch vor dem Risiko warnen, dass die Banken „sich über den Anleihenrückkauf wichtige Kanäle für die billige, langfristige Finanzierung austrocknen“. (Quellen: Neue Zürcher Zeitung, Financial Times Deutschland, Wall Street Journal, Wall Street Journal Deutschland)

 


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