Mexiko hängt Europa und USA bei Basel III-Einführung ab

22. August 2012 | Von | Kategorie: Basel III

baselmusterknabeFragt man nach dem Primus bei der Einführung der Basel III-Eigenkapitalregeln für Banken, würde man kaum auf Mexiko tippen.
Doch die Banken des lateinamerikanischen Landes werden ab kommenden Monat die strikteren Regeln anwenden – als weltweit erste Finanzinstitute. Während in Europa die verzögerte Implementierung mittlerweile feststeht – nur noch nicht offen kommuniert wird (vgl. RMRG vom 31.7. „Basel III-Einführung erst Mitte 2013 realistisch“) – eilt Mexiko dem Zeitplan der Baseler Regulatoren voraus. Der Präsident der National Banking und Securities Commission (CNBV), Guillermo Babatz Torres, betonte, dass alle Institute des Landes aktuell die neuen Mindestanforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität erfüllen würden. „Der Grund, dass wir die Regeln vorzeitig einführen, liegt in der Stärke unseres Bankensystems“, gibt sich Babatz Torres selbstbewusst. Mit der offiziellen Basel III-Anwendung positioniere man zudem den Finanzplatz Mexiko besser im internationalen Wettbewerb.

Die Banken des Landes hatten ihre Kreditportfolios immer konservativ gehalten und sich nicht am ungesunden „Kredit-Boom“ der Banken in den USA und Europa beteiligt, erklärt die Nachrichtenagentur „Reuters“. Hintergrund dürften auch die Erfahrungen des Landes aus der so genannten „Tequila-Krise“ sein, die als die erste Finanzkrise des 21. Jahrhunderts gilt. Diese hatte ihren Ursprung in einer Krise der mexikanischen Währung Peso im Dezember 1994. Die Regierung Mexikos konnte den fixierten Peso-Kurs gegenüber dem US-Dollar nicht aufrecht erhalten. Der dadurch verursachte Vertrauensschwund mündete in einem Abzug ausländischen Kapitals aus Mexiko – was wiederum die mexikanische Wirtschaft hart traf. „Die mexikanischen Banken hatten sich vorwiegend auf den liberalisierten Märkten in den USA verschuldet. Die Entwertung des Pesos löste einen drastischen Anstieg der Kreditkosten aus. Viele mexikanische Banken standen vor dem Bankrott und wurden schließlich überwiegend von ausländischen Banken übernommen“, so die rückblickende Analyse von Experten (vgl. RMRG vom 29.11.2010). Zu den großen Instituten des Landes gehören die BBVA-Tochter Bancomer, die Citigroup-Tochter Banamex und ein Ableger der spanischen Bank Santander. (Quellen: Reuters, El Financiero, Bloomberg)

 


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  1. [...] vorzeitige Einführung der Kapital- und Liquiditätsvorgaben möglich ist, beweist aktuell Mexiko. Wie wir heute berichteten, wird das Land die Regeln bereits im kommenden Monat für die dort tätigen Finanzinstitute [...]