„Sonderkonjunktur“ für Risikoexperten

27. August 2012 | Von | Kategorie: Top News

sysriskUm ihre Risikoabteilungen im Nachlauf der Finanzkrise zu stärken, befinden sich die Finanzinstitute im verschärften Wettbewerb auf der Suche nach Naturwissenschaftlern.
In einer Trendanalyse beleuchtet der „Tagesspiegel am Sonntag“ diese Entwicklung und sieht insbesondere Physiker und Mathematiker mit Promotion gefragt. „Der Kampf um Fachkräfte wird auch auf diesem Feld immer aggressiver geführt, die Institute werben gezielt an den Universitäten und bei der Konkurrenz”, wird Dirk Lubig von der Beratungsfirma Bain & Company zitiert. Derzeit würden die Banken die Risikoabteilungen als „heilige Kühe“ behandeln und deren Ausbau vorantreiben – „aus Angst vor möglicher negativer Signalwirkung und schlechter Publicity”, erklärt Lubig. „Die Banken haben die Vergrößerung der Risikoabteilungen auch als Selbstschutzfunktion gesehen, um der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass sie aus ihren Fehlern lernen”, so der Experte weiter. Dennoch sei es fraglich, wie lange die „extreme Aufblähung der Risiko-, Compliance- und Verbraucherschutzabteilungen” noch vorhalten werde. Auch Tiemo Kracht, Geschäftsführer von Kienbaum Executive Consultants, spricht im Beitrag von einer „Sonderkonjunktur“ in diesem Personalbereich und warnt: „Hier wird es eine Konsolidierung geben, wenn bankintern wieder andere Themen ganz oben auf der Agenda stehen.” Im Hinblick auf die umzusetzende regulatorische Agenda der Banken (z.B. Basel III) und die entsprechenden Herausforderungen für das Risikomanagement dürfte bis dahin jedoch noch einige Zeit vergehen.

 


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