Bankenaufsicht: Die zerstrittenen Fronten der Kreditwirtschaft

28. August 2012 | Von | Kategorie: Regulierung

streitDie Debatte um die künftige Struktur der europäischen Bankenaufsicht sorgt für tiefe Verwerfungen innerhalb der deutschen Finanzbranche.
Bereits in der vergangenen Woche waren diese scharfen Konfliktlinien erkennbar – so berichteten wir über den „Zoff“ zwischen den Bankenverbänden (vgl. RMRG vom 20.8.) und die Parteinahme der Bundesbank in diesen Konflikt (vgl. RMRG vom 23.8.). Nachdem der Bundesverband deutscher Banken (BdB) den Konflikt mit einem eigenen Aufsichtskonzept befeuert hatte, das die alleinige Aufsichtskompetenz bei der Europäischen Zentralbank fordert, gießen nun die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und Öffentlichen Banken Öl ins Feuer. Die Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) und des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel strikt gegen eine Aufsicht der EZB über die Regionalinstitute ausgesprochen. Die „Börsen-Zeitung“ berichtet und sieht das Schreiben in dieser Forderung „scharf“ formuliert – somit eskaliere der Streit über die Bankenaufsicht, analysiert das Blatt. Lediglich große systemrelevante Finanzinstitute sollten nach Ansicht der drei Verbände der Kontrolle der EZB unterzogen werden.

Auslöser der Diskussionen waren die von der EU-Kommission vorgestellten Pläne zur neuen europäischen Bankenaufsicht, die auch eine Überwachung kleiner und mittelgroßer Banken durch die Zentralbank vorsehen. Der von Brüssel damit bei diesem Thema „aufgebaute Zeitdruck“ ist nach Meinung von BVR, DSGV und VÖB „nicht zielführend“.

 


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Ein Kommentar
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  1. [...] der deutschen Bankenbranche (Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Öffentliche Banken – vgl. RMRG vom 28.8.) gegen eine Überwachung durch die EZB stößt bei dem EU-Kommissar dabei auf wenig Verständnis: [...]