US-Aufseher lehnt Umsetzung von Basel III ab

17. September 2012 | Von | Kategorie: Top News

widerstandDer Widerstand in den USA gegen die Implementierung der Basel III-Eigenkapitalregeln wächst. Aktuell hat ein führender Kopf des US-Einlagensicherungsfonds FDIC scharfe Kritik an den Regularien geäußert.
Im Rahmen des American Banker Regulatory Symposiums hat sich der FDIC-Direktor und ehemalige Chef der US-Notenbank Fed in Kansas City, Thomas Hoenig, für ein komplettes Umdenken bei der Gestaltung der Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken ausgesprochen. „Meiner Ansicht nach sollte der Baseler Ausschuss die Einführung der Regeln verschieben und die damit gewonnene Zeit nutzen, sein Vorhaben zu überdenken. Die USA sollten Basel III nicht implementieren und den Baseler Ansatz für die Kapitalvorgaben auch zurückweisen, um wieder zu den Ursprüngen des Regelwerks gehen zu können“, erklärte Hoenig. Der dritte Eigenkapitalakkord sei viel zu komplex, um neuerliche Krisen verhindern zu können. „Wenn man Basel III 400 neue Regeln oder 400 neue Gleichungen hinzufügt, bietet man zugleich wieder 400 Optionen, das Regelwerk zu umzugehen.“ Damit vertritt Hoenig eine ähnliche Position wie Andrew Haldane, der für Finanzstabilität verantwortliche Exekutivdirektor bei der Bank of England, der jüngst in einer Studie für einen simpleren Ansatz bei der Bankenregulierung plädiert hatte (vgl. RMRG vom 3.9.).

In den USA regt sich gerade unter den kleinen und mittelgroßen Banken Widerstand gegen Basel III, da sich die Institute mit der Umsetzung der Regularien überfordert sehen. Speerspitze dieser Bewegung bilden dabei die US-Gemeindebanken. Wayne Abernathy von der American Bankers Association erkennt daher in den Aussagen Hoenigs Rückenwind für die opponierenden Geldhäuser: „Direktor Hoenig drückt das aus, was auch Tausende andere Banker erkannt haben: Die ‚one-size-fits-all’ Anwendung der standardisierten Basel III-Regeln ist für die meisten – wenn nicht gar alle – US-Banken unpassend.“

Die US-Aufseher der Notenbank Fed hatten Anfang August die Kommentierungsphase für ihre Vorschläge zur Umsetzung der schärferen Basel III-Eigenkapitalregeln ausgeweitet. Ursprünglich sollte die Diskussionsphase zu den entsprechenden Vorlagen der US-Notenbank Fed, der Einlagensicherung FDIC und des Office of the Comptroller of the Currency bereits am 7. September enden. Nunmehr ist diese Möglichkeit zur Einreichungen von Kommentierungen durch die Marktakteure bis zum 22. Oktober verlängert worden (vgl. RMRG vom 9.8.). (Quellen: Reuters, Market Watch)

 


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