Banken wälzen Kosten von Basel III auf Kreditkunden ab

18. September 2012 | Von | Kategorie: Top News

Noch stehen die regulatorischen Kosten des Basel III-Regelwerks nicht fest – deren Umlage auf die Kunden wird bei den Banken jedoch schon vertraglich festgeschrieben.
Nach bislang noch gültiger Agenda sollen die schärferen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln für Banken zum Jahresstart 2013 eingeführt werden. Einige wichtige Details der Regeln (z.B. Liquiditätsvorgaben) und die Umsetzung in europäisches Recht stehen noch aus. Fest steht steht jedoch, dass viele Finanzinstitute die regulatorischen Kosten auf ihre Kunden umlegen werden. Als Beispiel kann dabei die Ausgestaltung von Immobilienfinanzierungen durch die deutschen Pfandbriefbanken herangezogen werden. In einem Beitrag für die Fachpublikation „Immobilien & Finanzierung“ beleuchten die Expertinnen Claudia Hard und Anika Mitzkait von der Kanzlei OLSWANG Germany LLP die Vorgehensweise der Institute und klären Immobilieninvestoren über die entsprechende Rechtslage auf.

Aufgrund der noch ausstehenden Umsetzung der Regeln in europäische Direktiven (CRD IV) ist es nach Ansicht der Autorinnen derzeit fast unmöglich, die Kosten der schärferen Regulierung „auf einzelne Kreditarrangements aufzuteilen“. Daher würden die Pfandbriefbanken zum „eleganteren Weg“ einer so genannten „Increased Cost Clause“ im Kreditvertrag greifen. Diese fungiert als Absicherung der kreditgebenden Banken gegen Kostensteigerungen. Die „Increased Cost Clause“ verpflichtet dabei den Kreditnehmer zum Ausgleich der gestiegenen Kosten. Bei angloamerikanische Kreditverträgen sei diese Klausel keine Neuigkeit – deren Inkludierung in Verträgen deutscher Pfandbriefbanken könne Kreditnehmer hingegen durchaus verwundern, da diese Umlage hier bislang unüblich gewesen sei. „Offen bleibt bei dieser Vorgehensweise, wie die Bank die zusätzlich anfallenden Kosten auf die einzelnen Kredite allozieren wird, da dies nicht nur für das einzelne Kreditengagement, sondern für die gesamte Kapital- und Risikostruktur der Bank bedeutsam ist“, merken Hard und Mitzkait jedoch an.

Sollte die Bank auf die Klausel zurückgreifen, habe der Kreditnehmer zwar teilweise das Recht, „von der Bank die Vorlage eines Gutachtens von einem Wirtschaftsprüfer zu den allozierten Kosten zu verlangen“. Dies könne jedoch eine  Offenlegung „umfangreicher und wesentlicher Details der Finanzstruktur der Bank“ nach sich ziehen und wird nach Aussage der Expertinnen „deshalb von den meisten Banken nicht ohne Weiteres angeboten“. Zudem fielen die Kosten für das entsprechende Gutachten regelmäßig auf den Immobilieninvestor zurück. Ernüchterndes Fazit des Beitrags daher: „Egal für welchen Weg sich die einzelnen Banken entscheiden, am Ende wird der Kunde die Rechnung auf die eine oder andere Weise zahlen müssen.“

 


Tags: , , , , , , ,

Keine Kommentare möglich.