Londoner Banker fürchten Folgen schärferer Regulierung

24. September 2012 | Von | Kategorie: Regulierung

LondonDie Ergebnisse des veröffentlichten 12. Global Financial Centres Index (GFCI) des britischen Meinungsforschungsinstituts Z/Yen zeigen auf, dass die Sorgen vor negativen Effekten einer schärferen Regulierung am Finanzplatz London am größten sind.
Lediglich 49 Prozent der in der City befragten Banker gehen davon aus, dass London als Finanzplatz innerhalb der nächsten drei Jahre wettbewerbsfähiger wird. Dieser Anteil lag bei den anderen europäischen Finanzzentren – u.a. Frankfurt am Main – hingegen bei 73 Prozent. Weniger zuversichtlich äußerten sich die Banker an den asiatischen Finanzplätzen (63 Prozent) und in Nordamerika (59 Prozent). Die Befragten in der City sorgen sich insbesondere vor den Folgen einer Bankenunion in Europa, die künftig u.a. eine einheitliche Aufsicht über alle 6.000 europäischen Finanzinstitute vorsieht. Eine einflussreiche Aufsichtsbehörde die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) verortet ist, könne mit regulatorischen Vorgaben die Vorrangstellung des Finanzplatzes in Europa gefährden, so die Befürchtungen in London.

Die Umfrage der Experten von Z/Yen umfasst nur Antworten bis Ende Juni diesen Jahres – die Auswirkungen des Skandals um die Manipulationen am Interbankenzinssatz Libor und weitere Bankenskandale (so z.B. der Geldwäscheverdacht gegen Standard Chartered) wurden also nicht mit abgebildet. Die britische Großbank Barclays, deren Händler maßgeblich in dem Manipulationskartell beteiligt sein sollen, musste Ende Juni eine Strafe von 290 Mio. Pfund akzeptieren. Im Nachlauf wurden die Ermittlungen ausgeweitet – nunmehr stehen weitere Finanzinstitute im Fokus der Ermittler. Ebenso wurde der Ruf der britischen Öffentlichkeit nach einer schärferen Regulierung der Bankenbranche lauter. Die britische Finanzaufsicht FSA will nun Ende September Vorschläge zur Libor-Reform vorstellen. Ebenfalls noch in diesem Monat will die Regierung unter David Cameron den Gesetzentwurf zur Umsetzung der sogenannten Vickers-Reform vorlegen. Eine unabhängige Kommission unter Führung des ehemaligen Bank of England-Chefvolkswirts John Vickers hat Vorgaben formuliert, die das Investmentbanking und Privatkundengeschäft bei britischen Universalbanken strenger voneinander abschirmen sollen. So ist zu vermuten, dass der Anteil der zuversichtlichen City-Banker aktuell schon deutlich unter 49 Prozent liegen dürfte (Quellen: Financial Times, Reuters).

 


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