Basel III-Umsetzung: Warnung von Genossenschaftsbanken verwundert

26. September 2012 | Von | Kategorie: Basel III

Die europäischen Genossenschaftsbanken (EACB) haben das Europaparlament und die europäischen Finanzminister aufgefordert, bei ihren laufenden Verhandlungen über die Umsetzung von Basel III in europäisches Recht (CRD IV), keine konkreten Liquiditätsanforderungen zu formulieren. Wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet, erklärte EACB-Vormann Christian Talgorn: „Der Baseler Ausschuss überarbeitet gerade die Entscheidungen von 2010. Die EU sollte deshalb bei der Umsetzung von Basel III keine hastigen Beschlüsse fassen und keine Signale geben, die die Finanzmärkte beeinflussen.” Für den Fall, dass die von Banken künftig vorzuhaltenden Liquiditätsquoten für Europa detailliert definiert würden, fürchtet der Verband gar Marktverwerfungen. Worin diese dramatisch formulierten Warnungen begründet sind, ist in der Argumentation nicht zu erkennen. Zumindest sehen sich die Genossenschaftsbanken von einer zeitnah festgelegten Liquiditätsquote „stärker betroffen“ als die Konkurrenz. Belege für den Grund dieser Aussage bleibt man ebenso schuldig.

Derzeit diskutiert der Baseler Ausschuss in erster Linie über die Anrechnung von Staatsanleihen bei der Liquidity Coverage Ratio (LCR), die Banken eigentlich dem Jahresstart 2013 ausweisen sollen (vgl. RMRG vom 14.9.). Die Genossenschaftsbanken fordern eine Ausweitung der anrechenbaren Assets – so z.B. auf gruppeneigene Kreditfazilitäten und Fonds.

 


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