Unzureichendes Risikomanagement bei Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley

10. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Top News

Der US-Wirtschaftssender „CNBC“ hat aktuell einen Report über die Qualität des Risikomanagements der größten amerikanischen Banken veröffentlicht.
Für diese Erhebung wurden zwei Dutzend Bankanalysten an der Wall Street gebeten, die Bank of America, die Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Morgan Stanley nach fünf Kriterien der Risiko- und Kapitalsteuerung zu bewerten (siehe Grafik). Dabei sollte eine Benotung von 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut) angewandt werden. In Auswertung der Ergebnisse sei die Frage nach dem besten „Risikomanager“ unter den US-Banken klar mit Goldman Sachs zu beantworten (Note 9). Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley werden bei der Qualität des Risikomanagements hingegen nur mit der Note 5 bewertet.

Innerhalb der Banken-Community herrscht laut Bericht von „CNBC“ die Konsensmeinung, dass die Risikokultur tief in der „DNA“ von Goldman Sachs verankert sei. So sei eine Begebenheit aus dem Jahr 1994 bei Goldman zur Legende geworden. Damals hatte die Bank ihr Risikosystem nach massiven Verlusten aus Zinswetten umgestellt. Im Zuge dessen hatte der damalige Europa-CFO, David Blood, ein Veto gegen einen Trade eines britischen Händlers der Bank eingelegt. Der Händler drohte Blood daraufhin, das er dafür sorgen wolle, dass dieser seinen Job verliert. Der Streit eskalierte und wurde Stephen Friedman, zu dieser Zeit Vorsitzender des Executive Committees der Bank, zugetragen. Friedman habe dem Händler dann folgende Nachricht zukommen lassen: „Wenn Sie dies noch einmal zu einem unserer Controller sagen, werden Sie gefeuert.“

Die Zweifel der Analysten gegenüber dem Risikomanagement von Bank of America und der Citigroup sind deren zahlreichen Übernahmen in der Vergangenheit geschuldet. Dadurch wurden ältere Risikosysteme an Bord geholt, die nur schwer zu koordinieren und nur schwer einer ganzheitlichen Konzernrisikosteuerung unterzuordnen seien. Nach Ansicht von CSLA-Analyst Mike Mayo hat auch Morgan Stanley beim Risikomanagement jede Menge Nachholbedarf. „Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die Bank Mitarbeiter eingestellt, als eigentlich Entlassungen angezeigt waren. Mitarbeiter wurden entlassen, als eigentlich Neuanstellungen erforderlich waren. Morgan Stanley versucht immer noch, den ‚richtigen Dreh’ herauszukriegen“, wird Mayo zitiert.

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Ein Kommentar
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  1. [...] nimmt sich im Beitrag des Risikomanagements der größten amerikanischen Banken an. Fazit: bei Goldman sitzen die Top Risiko-Controller, Zweifel gibt’s bei BoA und [...]