KPMG-Umfrage: Banken lassen Konsequenzen beim Risikomanagement vermissen

24. Februar 2009 | Von | Kategorie: Riskmanagement

papers1Eine aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG zum Risikomanagement der Banken vor dem Hintergrund der Finanzkrise lässt mit beunruhigenden Ergebnissen aufhorchen.
Zwar hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das unzureichende oder falsch ausgerichtete Risikomanagement ursächlich für das derzeitige Krisenszenario ist – doch die entsprechenden Konsequenzen sind in den Finanzinstituten bisher kaum gezogen worden. So hätten 90 Prozent der 500 befragten Führungskräfte im Bankensektor das Risikomanagement ihrer Institute überprüft, doch nur 42 Prozent hätten ihre Risikoprozesse grundlegend angepasst oder planen eine grundlegende Änderung, fasst die Nachrichtenagentur AWP die Erhebungen zusammen. Nach Ansicht von KPMG seien die Bestrebungen zur Neuausrichtung des Risikomanagements möglicherweise doch nicht so umfangreich, wie allgemein angenommen wird.

Daniel Senn, Mitglied der Geschäftsleitung und Head of Audit Financial Services von KPMG Schweiz, analysiert die Ergebnisse wie folgt: „Unter den Banken, die an der Umfrage teilgenommen haben, herrscht kaum Zweifel daran, dass die mangelnde Disziplin im Risikomanagement ein wesentlicher Faktor hinter der Finanzkrise ist. Im Hinblick auf die zu ergreifenden Maßnahmen ist man aber weniger direkt und will sich nicht festlegen: Nur in gut vier von zehn teilnehmenden Banken erfolgen die grundlegenden Anpassungen, die eine Krise dieser Größenordnung notwendig macht.“

Für die KPMG-Experten besteht Handlungsbedarf im Hinblick auf das ungenügende Risiko-Know-how auf Aufsichtsratsebene, die Kommunikation zwischen der Risikoeinheit und dem übrigen Unternehmen sowie den mangelnden Einfluss der Risikoeinheit. Der letzte dieser drei Punkte leite sich direkt daraus ab, dass nach Auffassung von 76 Prozent der Teilnehmer die Risikoeinheit einfach als Support-Funktion abgetan werde. Allerdings glauben sieben von zehn Teilnehmern, dass die Einheit einflussreicher ist als noch vor zwei Jahren, und eine noch größere Zahl ist der Meinung, dass das Risikomanagement einen Wettbewerbsvorteil bedeuten kann. Zudem finden viele der Befragten, dass der Einfluss der Chief Risk Officers (CRO) auf die Schlüsselbereiche der Strategieentwicklung und Kapitalallokation zugenommen hat. “Wenn dieser Trend anhält, dürfte der Risikoeinheit künftig nicht mehr der Ruf einer Backoffice- oder Support-Funktion anhaften”, so die Einschätzung.

Das abschließende Fazit von Daniel Senn: „Die Studie zeigt, dass die Banken eine solide Kultur aufbauen sollten, welche die Risikokontrolle auf allen Stufen angeht.“ (weitere Quelle: Pressemitteilung)

 


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