Warnung vor Zinsrisiken bei US-Banken

22. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Riskmanagement

BankenregulierungDie ehemalige Chefin der US-Einlagensicherung FDIC, Sheila Bair, warnt im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ vor einer trügerischen Sicherheit beim Blick auf die vornehmlich positiven Quartalszahlen der amerikanischen Großbanken.
Deren „Profitabilität“ dürfe nicht mit „Stabilität“ gleichgesetzt werden. Begründung der Ex-Bankenaufseherin: „Die Großbanken profitieren davon, dass die Fed die Zinsen niedrig hält. Deshalb schulden viele Hausbesitzer in günstigere Kredite um. Im Grund ist das ein Geschäft ohne größere Risiken. Aber die Fed kann die Zinsen nicht auf ewig bei fast null Prozent halten. Irgendwann wird also der Refinanzierungsboom vorbei sein. Außerdem haben die Banken dann mit Zinsrisiken zu kämpfen.“ Der US-Häusermarkt hat sich in letzter Zeit erholt und hat etwa bei den Großbanken JP Morgan und Wells Fargo für positive Quartalsergebnisse gesorgt. Die Institute profitierten u.a. davon, dass Hausbesitzer ihre Hypothekenkredite wieder regelmäßiger zahlen. JP Morgan-Vormann Jamie Dimon wagte gar folgende Prognose: „Wir glauben, dass der Häusermarkt über den Berg ist.“ Deshalb hat seine Bank auch Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 900 Mio. US-Dollar aufgelöst.

 


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