Volatiles Marktumfeld sorgt für verstärkten Risikofokus bei Vermögensverwaltern

22. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Top News

Die Verwerfungen an den Kapitalmärkten zwingen die Vermögensverwalter zu einem verstärkten Fokus auf das Risikomanagement.
In einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ skizziert Marcel V. Lähn, Geschäftsbereichsleiter Private Banking und Chief Investment Officer der BHF-Bank, die infolge der Finanz- und Kapitalmarktkrise entstandenen Herausforderungen für die Vermögensverwaltung. Insbesondere die notwendigen Reaktionen auf das volatile Marktumfeld und das damit verbundene Marktrisiko stehen im Fokus der Betrachtung des Autors. „In einem von Trendumbrüchen geprägten Marktumfeld ist zum Schutz von Vermögen … ein effektives Risikomanagement durch systematische Verlustbegrenzung und den marktphasenabhängigen Einsatz von Absicherungsinstrumenten, beispielsweise durch Put-Optionen, geboten“, erklärt Lähn. Dazu merkt der Autor weiter an: „In Phasen trügerischer Ruhe, das heißt in Zeiten geringer Volatilität, bietet es sich daher an, sich gegen Kursrückschläge abzusichern. Nicht nur ein reaktiver Einsatz von Absicherungsinstrumenten (zum Beispiel bei einem Eventrisiko wie Fukushima), sondern auch ein proaktives Hedging gegen Kursverluste ist damit zielführend.“

Erst vor kurzem hatte auch Patrick Odier, Präsident des Verwaltungsrates der Schweizerischen Bankiervereinigung und Senior Managing Partner der Genfer Privatbank Lombard Odier & Cie., den verstärkten Risikomanagement-Fokus bei der Verwaltung von Anlagen vermögender Privatkunden dokumentiert. „Der Risikoappetit ist wieder ins Zentrum der Dienstleistungen im Privatbanking getreten“, betonte der Banker (vgl. RMRG vom 16.10.). Die Bedeutung des Risikomanagements ist auch bei den großen Playern der Vermögensverwaltung enorm gestiegen, berichtete auch jüngst das Anlegerblatt „Euro am Sonntag“. Die Investmentprofis von State Street Global Advisors, BlackRock, Pimco, Allianz Global Investors und Fidelity Worldwide Investment setzten verstärkt auf Dividendentitel, statt auf Aktien mit hohem Schwankungspotenzial. „Statt Buy & Hold verfolgen sie eine ‚taktische Asset-Allokation’. Das bedeutet zum Beispiel eine kürzere Haltedauer und das Ausnutzen zyklischer Marktschwankungen wie bei der Ankündigung neuer geldpolitischer Stimuli“, heißt es in der Analyse des Blattes.

BHF-Banker Lähn merkt in seinem Gastbeitrag jedoch auch an, dass die Kommunikation mit den Kunden intensiviert und transparenter gestaltet werden muss: Man müsse ebendiesen „die komplexen Zusammenhänge und die großen Trends der Anlagemärkte ebenso transparent machen wie die Struktur und Stringenz“ der Investmentprozesse. „Dies erfordert die Fähigkeit und die Bereitschaft zu einer intensiven Kommunikation mit den Kunden, deren Ziel es ist, nachhaltig Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Denn Vertrauen ist gerade in einem Umfeld dynamischer und oft überraschender Veränderungen immens wichtig, da es die Grundvoraussetzung für schnelle, richtungweisende Entscheidungen ist, wie sie heute immer wieder aufs Neue erforderlich sind. Nur durch konsequente Entscheidungen auf Basis klarer Analysen und stringenter Prozesse ist eine überzeugende Performance zu erreichen“, so der CIO der Privatbank.

 


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