USA: Banken fordern Aufweichung des Basel III-Regelwerks

24. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Top News

Die US-Bankenbranche stemmt sich gegen die Einführung von Basel III für den Finanzsektor des Landes.
Am Montag dieser Woche endete die Kommentierungsphase für die Vorschläge der US-Aufseher zur Umsetzung von Basel III in den USA. Diesen Zeitpunkt hat die amerikanische Bankenbranche genutzt, um ihren Widerstand gegen schärfere Eigenkapital- und Liquiditätsrichtlinien öffentlich zu machen. In einem gemeinsamen Brief der American Bankers Association (ABA), des Financial Services Roundtable und der Securities Industry & Financial Markets Association (SIFMA) an die Aufsichtsbehörden Federal Reserve, Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und die Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) wird gewarnt, dass die anvisierte nationale Umsetzung von Basel III „die Verfügbarkeit von Kredit behindern, das Wirtschaftswachstum dämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit des US-Bankensystems beeinträchtigen” könnten. Die Finanzlobby moniert in dem Schreiben, dass die Aufsichtsbehörden ihre im Juni veröffentlichten Regelvorschläge nicht mit einer Auswirkungsstudie überprüft haben. Mit einem solchen Schritt hätten die nun zu erwartenden, negativen Effekte gemindert werden können. Mehrere große US-Banken drängen nun darauf, vor der Implementierung des dritten Baseler Eigenkapitalakkords in den USA diese Studie nachzuholen. Weiter fordert die Branche einen Umsetzungszeitraum von 6 Monaten für das Regelwerk – für die Anwendung des standardisierten Ansatzes für risikogewichtete Assets (RWA) wird gar ein Übergangsphase von 2 Jahren gefordert.

Die Regularien sollen nach Mitteilung des Comptroller of the Currency, Thomas Curry, auch für kleine US-Banken (z.B. Gemeindebanken) Anwendung finden. Doch in der anstehenden Finalisierung der Regeln dürften für diese Institute konkrete Ausnahmen formuliert werden. Die dabei erwogenen Schritte der Aufseher hatte Curry in der vergangenen Woche angedeutet (vgl. RMRG vom 18.10.).

An den Vorschlägen wird jedoch auch Kritik von anderer Seite laut: Die Lobbygruppe „Americans for Financial Reform“ (AFR), die für eine deutlich schärfere Verregelung des Bankensektors eintritt, moniert, dass die Basel III-Umsetzung in den USA weiterhin „deutlich zu niedrige Eigenkapitalquoten“ vorsieht und den Instituten zu viel Bewegungsfreiheit bei der komplexen Risikogewichtung einräumt. Die Banken könnten weiter „ihr Spiel treiben“, warnt Marcus Stanley von AFR (Quellen: Bloomberg, Wall Street Journal, Börsen-Zeitung).

Die Forderungen des Financial Services Roundtable sind unter folgenden Link einsehbar: http://www.fsround.org/fsr/pdfs/press_releases/pr-2012-10-22-Dont-Overhaul-Regulatory-Capital-Framework-Without-Due-Diligence.pdf

 


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