USA gefährden internationale Umsetzung von Basel III

12. November 2012 | Von | Kategorie: Top News

Die Einführung schärfer Eigenkapitalregeln für Banken wird in den USA über den Jahreswechsel hinaus verschoben.
Die Basel III-Regularien werden demnach nicht am 1. Januar 2013 in Kraft treten, teilten die federführenden Aufsichtsbehörden (Fed, FDIC, OCC) am Freitag mit. Grund sei die große Zahl an Kommentaren nach der Vorstellung der nationalen Vorschläge zur Regelumsetzung. Ein neuer Zeitpunkt wurde nicht genannt. „Banken feiern Lobby-Erfolg“, analysiert das „Handelsblatt“ zu dieser wenig überraschenden Entwicklung. Schon die Kommentierungsphase zu den Regelvorschlägen wurde außer Plan erweitert (vgl. RMRG vom 9.8.). Die massive Kritik aus Politik und Finanzbranche an Basel III habe nun zu der Verschiebung geführt. „Diese Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Freitag könnte der Auftakt zu einer grundsätzlichen Neubewertung der Regeln in den USA sein. Schließlich haben deren Kritiker für Mittwoch dieser Woche eine Anhörung im Senat über mögliche negative Auswirkungen von Basel III auf das Wachstum in den USA durchgesetzt“, so der Ausblick der Zeitung. Doch auch in Europa liegt man hinter dem Zeitplan zurück: Weil die dazu nötigen Gesetze in der EU zwei Monate vor dem geplanten Start immer noch nicht fertig sind, werden dem Finanzstabilitätsrat (FSB) zufolge nur 6 der 28 international wichtigsten Großbanken pünktlich zum Jahresstart 2013 den neuen Regeln unterliegen. Infolge der US-Entscheidung sieht die „Financial Times Deutschland“ nun auch den Druck auf die EU vermindert, die Regelimplementierung noch zum Jahreswechsel zu stemmen.

 


Tags: , , , ,

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. [...] zeitlich aufgeschoben wird. Ein neues verbindliches Datum wurde nicht mitgeteilt (vgl. RMRG vom 12.11.). Dieses Abweichen vom internationalen Fahrplan zur Einführung von Basel III löst in der hiesigen [...]