Liquiditätsregeln für Banken werden aufgeweicht

7. Januar 2013 | Von | Kategorie: Top News

Die regulatorische Agenda für Banken wird weiter entflechtet – die Institute bekommen mehr Zeit zum Aufbau höherer Liquiditätsreserven.
Nachdem sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nach einer zähen Hängepartie im vergangenen Jahr nicht auf die finale Definition der Liquiditätsregeln einigen konnte, hat jetzt die übergeordnete Gruppe der Zentralbankpräsidenten und Leiter der Bankenaufsichten (Group of Central Bank Governors and Heads of Supervision – GHOS) die entsprechenden Beschlüsse gefasst und die Regularien deutlich gelockert. Die Finanzinstitute sollen nun vier Jahre mehr Zeit für den vollständigen Aufbau der Mindestliquiditätsreserven (LCR) bekommen. Die liquiden Rücklagen eines Bank müssen demnach vom 1. Januar 2015 an 60 % des ursprünglich geplanten Puffers betragen. Bis 2019 sollen Banken die Liquiditäts-Reserve in jährlichen Schritten dann auf 100 % erhöhen. Diese Streckung in jährliche Schritte begründete Basel damit, dass das Bankensystem nicht überfordert werden solle. „Aufseher und Politiker hatten befürchtet, dass die Banken die Kreditvergabe einschränken und damit die Konjunktur abwürgen würden, wenn sie die LCR so früh wie geplant einhalten müssten“, merkt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ an. „Basel gibt Banken mehr Spielraum“, so das Fazit „Handelsblatts“.

 


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2 Kommentare
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  1. [...] Assetklassen ausgeweitet und die in den Regeln verankerten Krisenszenarien entschärft (vgl. RMRG vom 7.1.). Die kurzfristig vorzuhaltenden Liquiditätspuffer (LCR) sollen zwar weiterhin zu 60 Prozent aus [...]

  2. [...] merkt Karas mit Blick auf die Folgen der jüngsten Regellockerung des Baseler Gremiums an (vgl. RMRG vom 7.1.). Während sich Basel hier 60 Prozent festgelegt habe, plane das Europaparlament mit 100 [...]