Rechtsrisiken drücken Bankenbranche

4. April 2013 | Von | Kategorie: Riskmanagement

An der juristischen Front scheint für die Finanzinstitute keine Befriedung in Sicht.
Immer neue und bereits bekannte Vorgänge aus der Finanzkrise kochen hoch und kratzen an der Reputation der Bankenbranche. Aktuell stehen wieder einmal die Deutsche Bank und die britische Royal Bank of Scotland (RBS) im Licht der Presseberichterstattung. So hat die Bundesbank nach Meldung der „Financial Times“ Untersuchungen gegen den deutschen Branchenprimus eingeleitet. Hintergrund ist der Verdacht, dass das Geldhaus im Rahmen der Finanzkrise Derivatepapiere falsch bewertet und so Milliarden-Verluste kaschiert haben soll. Dem „FT“-Bericht zufolge planen Ermittler für die kommende Woche offenbar eine Reise nach New York. Dort sollen frühere Mitarbeiter – u.a. der ehemalige Risikomanager Eric Ben-Artzi – befragt werden, die den Verdacht gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber der US-Börsenaufsicht SEC kommuniziert hatten. Die deutschen Medien greifen die Informationen aktuell mit negativ-formulierten Schlagzeilen auf. „Bilanztricksereien: Bundesbank knöpft sich Deutsche Bank vor“, erkennt „Spiegel Online“ – und die „Süddeutsche Zeitung“ (online) spricht von „Milliarden-Tricks in der Bilanz“. Detlev Rahmsdorf, Sprecher der Deutschen Bank, wollte auf Nachfrage von „Bloomberg“ keinen Kommentar zu dem Bericht der „FT“ abgeben.

Indes sieht sich die RBS einer milliardenschweren Klage von etwa 12.000 Einzelpersonen und rund 100 Institutionen ausgesetzt. Die aktuellen oder einstigen Aktionäre werfen der britischen Bank vor, sie habe sie über ihren finanziellen Zustand während einer Aktienemission 2008 getäuscht. Wichtige Informationen seien in dem Prospekt zur Bezugsrechtsemission verschwiegen worden, heiße es in der eingereichten Klage. Die Kläger fordern für die ihnen dadurch entstandenen Verluste bis zu 4 Mrd. Pfund (4,7 Mrd. Euro) von der Bank, berichten die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Börsen-Zeitung“.

 


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