Trennbankengesetz: Genossenschaftsbanken sehen ihr Geschäftsmodell in Gefahr

5. April 2013 | Von | Kategorie: Top News

Die genossenschaftlichen Banken sehen ihr Finanzmodell durch das nationale Trennbankengesetz in Gefahr.
Dies verdeutlicht Frank Westhoff, Vorstandsmitglied der DZ Bank, in einem Gastkommentar für die heutige Ausgabe der „Börsen-Zeitung“. Zwar gebe es bei der Genossenschaftlichen FinanzGruppe in Deutschland „bereits heute eine weitgehende Arbeitsteilung in Wholesale Banking, das überwiegend von den Zentralbanken angeboten wird, und Retail Banking, das bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken angesiedelt ist“, betont Westhoff – der dabei explizit auf die rechtliche, wirtschaftliche und operationale Selbstständigkeit der Einheiten hinweist. Die neue Vorgaben stellten jedoch die Funktion der Spitzeninstitute der Gruppe, DZ Bank und WGZ Bank, in Frage. Diese halten Wertpapiere für die Volks- und Raiffeisenbanken. Westhoff betont: „Es handelt sich nicht um spekulative Anlagen.“ Hier zeige sich, dass die Einordnung in Bilanzierungskategorien nur sehr eingeschränkt Aufschluss über den spekulativen Charakter von Bankgeschäften zulasse. Das kritische Fazit des Gastkommentars: „Das Gesetz gefährdet neben der bestehenden Beteiligungsstruktur auch das effiziente und leistungsstarke Liquiditätsmanagement sowie die Zinssicherungsgeschäfte zur Banksteuerung der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Das sind jedoch erprobte Instrumente der Risikobegrenzung und Risikosteuerung im genossenschaftlichen Bankensektor. Vor diesem Hintergrund droht das deutsche Trennbankengesetz eine kontraproduktive Wirkung zu entfalten.“

Bereits Anfang Februar äußerte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) deutliche Kritik am nationalen Gesetzentwurf zur Kappung der Verbindung von Eigenhandel und Einlagengeschäft der Banken. „Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Finanzgruppen stellt einen Vorgriff auf europäische Gesetzgebungsvorhaben dar, der mit einer Bankenunion in Europa kaum vereinbar ist, da die Wettbewerbsbedingungen für die betroffenen Banken einseitig verschärft werden“, monierte Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des BVR.

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