Solvency II: BaFin will neue Agenda der EU-Versicherungsaufsicht zügig angehen

8. April 2013 | Von | Kategorie: Top News

Die Finanzaufsicht BaFin greift die jüngste Vorlage der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA zur vorzeitigen Einführung eines Teils der neuen Solvenzregeln für die Assekuranz (Solvency II) wohlwollend auf.
Die EIOPA hatte jüngst Leitlinien vorgelegt, die bis Mitte Juni von den Marktteilnehmern kommentiert werden können. Danach ist geplant, einen Teil der neuen Solvenzregeln auf nationaler Ebene bereits im kommenden Jahr einzuführen. Von 2014 an sollen Teile der Säulen II und III von Solvency II umgesetzt werden. Dabei liegt es in der Verantwortung der nationalen Behörden, inwieweit sie die Richtlinien umsetzen. Außen vor bleiben zunächst die quantitativen Eigenmittelanforderungen aus der ersten Säule des Regelwerks, deren Höhe und Berechnung nach wie vor umstritten ist (vgl. RMRG vom 2.4.). Felix Hufeld, neuer Exekutivdirektor der BaFin-Versicherungsaufsicht, deutet in der aktuellen Ausgabe des „BaFinJournals“ an, dass bei den vorzuziehenden Punkten hierzulande das Thema Risikomanagement (2. Säule von Solvency II) oben auf der Agenda stehe. In Deutschland seien die Versicherer in diesem Bereich „schon jetzt gut aufgestellt“, so der Aufseher. Er könne es sich auch vorstellen, dass „einige eher deskriptive Elemente von Säule III, also den Veröffentlichungsvorschriften, schon vorab eingeführt werden könnten“. Hufeld betont: „Überall dort, wo es einen gangbaren Weg gibt, Elemente vorzuziehen, werden wir es tun. Wir werden da ganz pragmatisch vorgehen.“

Die durch dieses Vorgehen geschaffene Interimsphase bei der Einführung von Solvency II wird vom BaFin-Versicherungsaufseher positiv bewertet: „Das hat den großen Vorteil, dass Unternehmen und Aufsicht nach und nach Erfahrungen bei der Anwendung sammeln können – und dass wir mit der Umsetzung vorankommen. Warum also sollten wir mit der Weiterentwicklung etwa bei Fragen der Governance oder des Risikomanagements zögern, wenn dem weder rechtlich noch faktisch Hindernisse im Weg stehen?“ Einige Unternehmen hätten zudem schon signalisiert, dass sie darüber hinaus weitere Teile von Solvency II freiwillig vorab erproben wollen. „Das unterstützen wir ausdrücklich“, so Hufeld.

 


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