Transaktionssteuer birgt milliardenschwere Risiken für Banken

6. Mai 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

Ein weiteres Regulierungsvorhaben, nämlich die geplante Transaktionssteuer, beschäftigt weiterhin die Gemüter.
Eine aktuelle Studie hat nun ergeben, dass Privatanleger in der EU als Folge der Steuer für Finanzgeschäfte mit erheblichen Einbußen rechnen müssen. Unter Berufung auf die von Goldman Sachs angefertigte Studie verweist die „Süddeutsche Zeitung“ auf das Beispiel eines dreißigjährigen Muster-Anlegers, der bis zu seinem 65. Lebensjahr 1.000 Euro im Jahr anlegt und der insgesamt mit Kosten in Höhe von 14 % seiner Ersparnis rechnen müsse. Doch auch die Banken würden leiden: Nach einer Modellrechnung, die auf der Einbeziehung von 42 Banken und der von ihnen für das Geschäftsjahr 2012 veröffentlichten Ergebnisse beruhe, würde die Transaktionssteuer in ihrer heute geplanten Form zu einem Aufwand von 170 Mrd. Euro für die Banken führen. „Allein 118 Mrd. Euro entfielen auf Geldmarktgeschäfte der Banken („Repos“), 32 Mrd. Euro auf Derivategeschäfte, 11 Mrd. Euro auf Aktiengeschäfte und 4 Mrd. Euro auf Geschäfte mit Staatsanleihen. Besonders stark betroffen seien Häuser in Frankreich und in Deutschland, aber auch in Großbritannien und in der Schweiz. Wörtlich schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Unter den einzelnen Häusern müssten die Deutsche Bank und BNP Paribas bei unverändertem Geschäftsmodell mit jeweils rund 25 Mrd. Euro die höchsten Belastungen aus der Transaktionssteuer stemmen. Die sehr wahrscheinliche Folge wären Anpassungen der Geschäftsmodelle, unter denen vor allem der Repo-Markt leiden dürfte.“ Stark betroffen wären auch die Börsen, an denen die Umsätze in erster Linie im Derivategeschäft leiden dürften. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert in diesem Kontext Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, demzufolge die Transaktionssteuer „mit heißer Nadel gestrickt“ sei.

 


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