BaFin übt Kritik an Vergütungspraxis der Banken

7. Mai 2013 | Von | Kategorie: Top News

Das „Handelsblatt“ berichtet über erste Ergebnisse, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus ihren Sonderprüfungen der Bank-Vergütungssysteme gezogen hat.
Auf einer Veranstaltung des European Finance Forum (EFF) in Berlin monierte der Chef-Bankenaufseher, Raimund Röseler, dass die Instituts-Vergütungsverordnung nicht von allen betroffenen Banken so ernst genommen werde, „wie wir uns das wünschen“. „Aber wir bei der Bafin nehmen sie schon ernst“, warnt Rösler an die Adresse der Banken. Röseler wundert sich über den Trend bei Banken, die Zahl der „Risikoträger“ (dies sind Beschäftigte, die Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die Bank treffen können und damit der Vergütungsverordnung unterliegen) nach unten zu korrigieren. Man werde sehen, ob das aufsichtsrechtlich nachvollziehbar ist, so Röseler. Zu Klagen von Banken, die sich angesichts der Veränderungen der Vergütungspraxis im globalen Wettbewerb um Talente im Nachteil sehen, stellt Röseler „trocken“ („Handelsblatt“) fest: „Banken, die besonders gut gezahlt haben, sind nicht besonders gut durch die Krise gekommen.“ Als Beispiel für falsche Anreize verweist Rösler auf den Fall von Christian Bittar. So soll der von der Deutschen Bank entlassene Geldhändler für das Jahr 2008 Bonuszahlungen in Höhe von 80 Mio. Euro erhalten haben

Hintergrund von Röselers Vorstoß: Die Bafin nimmt seit Anfang des Jahres die Vergütungssysteme von rund zwei Dutzend Banken unter die Lupe. Grundlage der laufenden Sonderprüfungen ist die Instituts-Vergütungsverordnung aus dem Jahr 2010; dieser zufolge setze eine Vergütungspolitik, die auf kurzfristige Parameter ausgerichtet sei und einseitig Erfolg belohne, ohne Misserfolg zu sanktionieren, falsche Anreize.

 


Tags: , , , , ,

Keine Kommentare möglich.