Irritationen vor Finanzministertreffen zur EU-Bankenabwicklung

14. Mai 2013 | Von | Kategorie: Top News

Das große Thema beim Treffen der EU-Finanzminister soll an diesem Dienstag in Brüssel die Frage der Bankenabwicklung sein, berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Dabei gehe es einerseits um die sogenannten „Haftungskaskade”, also die Frage, wer im Falle von Bankenpleiten in welcher Reihenfolge zur Kasse gebeten werden sollte. „Andererseits um den Aufbau einer echten europäischen Bankenunion mit einer zentralen Abwicklungsbehörde“, notiert die „Süddeutsche Zeitung“. Bei diesem Thema trete derzeit jedoch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble auf die Bremse. Vor dem großen Wurf verlange Schäuble „zuerst eine Änderung des EU-Vertrages, und das kann viele Jahre dauern“, berichtet das „Handelsblatt“. Gestern legte der Minister noch einmal nach – und sprach sich für eine Zwei-Stufenlösung aus. Die EU könne in einem ersten Schritt ein Netzwerk der nationalen Aufsichtsbehörden schaffen. Dieses Netzwerk solle seine Arbeit zeitgleich mit der EZB-Bankenaufsicht im Sommer 2014 aufnehmen. In den Kommentarspalten überwiegen Irritationen über das Zurückrudern der Deutschen: „Der Bremser mahnt zur Eile“, titelt die „Süddeutsche Zeitung“: „Selbst in Nachbarstaaten, die in der Euro-Krise bisher meist an Deutschlands Seite standen, begriff man dies als taktisches Manöver zur Unterminierung des Vorhabens – ganz zu schweigen von Dritten wie den USA.“

 


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