DZ Bank-Vorstand warnt vor regulatorischen Schnellschüssen

15. Mai 2013 | Von | Kategorie: Top News

Auch der genossenschaftliche Bankensektor opponiert gegen die anvisierte Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
DZ-Bank Vorstandsmitglied Wolfgang Köhler hat im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ vor regulatorischen Schnellschüssen gewarnt und dabei zuvorderst die in einigen EU-Ländern geplante Transaktionssteuer kritisiert: „Die Finanztransaktionssteuer verfehlt aus meiner Sicht in ihrer Wirkungsweise das intendierte Ziel, nämlich die Verursacher der Krise an den Kosten zur Bewältigung zu beteiligen. Das Schlimme ist aber: Sie trifft Geschäfte von Banken, die dem Risikoausgleich dienen, wie Repos zur Liquiditätssteuerung und Derivate. Letztere werden häufig zur Steuerung von Marktpreis- und Kreditrisiken genutzt. Wenn aber die Möglichkeiten der Risiko Optimierung per Derivate oder Repos durch die Steuer beeinträchtigt werden, werden die Ziele von Basel III, die Banken wetterfester zu machen, konterkariert.“ Immerhin, so gibt auch Köhler zu, habe es Entschärfungen bei Basel III gegeben: „Die Entschärfungen haben zumindest zu meiner Entspannung beigetragen. Wir sind froh, dass die zahlreichen Einlassungen der Branche zu Erleichterungen geführt haben. Damit kann die Branche die Normen vernünftiger erfüllen.“ Zugleich warnte Köhler vor den volkswirtschaftlichen Schäden durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. „Am Ende bezahlt der Kunde, oder die Rentabilität der Banken wird drastisch sinken, was wiederum die Kredite verteuert”, sagt er. Hinsichtlich der zunehmenden Regulierungsdichte meint der Manager, „dass viele Regulierungsmodule individuell jeweils aus einer bestimmten Perspektive heraus entwickelt worden seien, ohne dabei zu bedenken, welche Wechsel- und Nebenwirkungen sich mit anderen Modulen, die simultan eingeführt werden, ergeben.“

Kritisch äußert sich der Treasury-Chef der DZ Bank auch zu dem von der Bundesregierung geplanten Trennbankengesetz. Eine Aufspaltung des genossenschaftlichen Zentralinstituts hätte deutliche Kapitalbelastungen zur Folge. Zusätzlich müssten Teile der Refinanzierung auf Bail-in-Anleihen umgestellt werden.

 


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