E-Geld-Institute bergen Risiken

3. Juni 2013 | Von | Kategorie: Top News

Der vom US-Staatsanwalt Preet Bharara angeleierte Mammutprozess gegen eine Onlinebörse, bei der mit virtuellem Geld Milliardenbeträge gewaschen worden sein sollen, beschäftigt weiterhin die Berichterstattung.
Der „Coup der US-Justiz belegt neue Gefahren in den Finanzsystemen des digitalen Zeitalters“, analysiert „Der Spiegel“. Ausführlich berichtet das Magazin über den am vergangenen Dienstag der Öffentlichkeit präsentierten Fall: dabei handele es sich um „den größten Fall von Geldwäsche im Internet aller Zeiten.“ Über den Online-Dienst Liberty Reserve sollen Verbrecher seit 2006 mit 55 Mio. Transaktionen über 4,7 Mrd. Euro gewaschen haben – Einnahmen aus illegalen Geschäften wie Drogenhandel und Kreditkartenbetrug. Sie sei „die Bank der Wahl“ für die kriminelle Unterwelt gewesen. „Die Cyberkriminalität ist eine unserer größten Bedrohungen. Sie gefährdet unsere nationale Sicherheit, unsere finanzielle Sicherheit und unsere Privatsphäre“, wird Bharara zitiert. Derweil warnt „Der Spiegel“ die global operierenden Banken vor der Schlagkraft von Staatsanwalts Preet Bharara: „Der US-Staatsanwalt … zählt für den Wirtschaftsdienst Bloomberg zu den 50 einflussreichsten Menschen der Finanzmärkte. Er brachte Wall-Street-Banker wegen Insider-Handels im Dutzend vor Gericht, überzog die Deutsche Bank, die Credit Suisse und die Citibank mit Betrugsklagen.“ Auch die deutsche Bafin sei dem Bericht zufolge an dem Thema dran: „Seit Ende 2011 ist die BaFin für die Kontrolle der E-Geld-Institute und deren Produkte zuständig. In ihrem jüngsten Geschäftsbericht stellten die Aufseher fest, dass die Händler und Verkäufer von E-Geld ‚nur unzureichend sensibilisiert waren für die Geldwäscherisiken der vertriebenen Produkte und deren spezifische Produkteigenschaften‘“, heißt es. Fast alle Prüfungen hätten dabei zu Beanstandungen geführt.

 


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