Aigner: Falschberatung soll tatsächliches Rechtsrisiko werden

3. Juni 2013 | Von | Kategorie: Riskmanagement

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hält die falsche Beratung von Bankkunden für ein Problem, das zu Unrecht als Kavaliersdelikt gilt, und fordert deshalb ein schärferes Vorgehen der Justiz bei Beschwerden geschädigter Kunden. Falschberatung von Bankkunden ist nach Ansicht von Aigner nach wie vor ein Problem in Deutschland. „Leider haben noch nicht alle Banken verstanden, dass Falschberatung kein Kavaliersdelikt ist”, sagte die CSU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Dieses Geschäftsgebaren schade nicht nur den Kunden, sondern dem Ruf der gesamten Finanzbranche, so Aigner. Mit Blick auf steigende Beschwerdefälle von geschädigten Anlegern forderte die Ministerin ein schärferes Vorgehen der Justiz: „Bei Verstößen muss hart durchgegriffen werden.“ Laut Aigner dürfe der angekündigte Kulturwandel in den Geldhäusern kein leeres Versprechen bleiben. Nur wenn sich die Banken wieder mehr auf die Wünsche der Kunden besännen, würde Vertrauen zurückkehren, so Aigner. Und weiter: „Die Banken müssen kapieren, dass sie für die Gesellschaft eine dienende Funktion haben.“ Gleichwohl wies Aigner den Wunsch der Verbraucherschutzbeauftragten im Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Brigitte Zypries, nach der Einführung von Marktwächtern zurück. Es gebe Aufsichtsbehörden, klare Gesetze und unabhängige Marktwächter. Auch dürften riskante Anlagen nicht verboten werden, denn am Ende müsse jeder selbst über sein Risiko entscheiden. „Wer zocken will, soll zocken dürfen“, so Aigner. „Nur: Er muss wissen, dass er zockt. Transparenz ist entscheidend.“

 


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