Einlagensicherung bei Pleite einer europäischen Großbank überfordert

4. Juni 2013 | Von | Kategorie: Top News

SystemrelevanzDie Sparer in Europa sind für den Fall einer Schieflage einer Großbank nicht abgesichert.
Wie aus einem Papier der EU-Kommission hervorgeht, das dem „Handelsblatt“ nach eigener Aussage vorliegt, würde der Zusammenbruch einer europäischen Großbank die Einlagensicherungssysteme der Europäischen Union (EU) total überfordern. Die Kommission rechnete in dem Papier drei Szenarien durch. Im schlimmsten Fall gehe die Kommission davon aus, dass eine der zehn europäischen Großbanken 25 % ihrer Schulden nicht mehr bedienen könne. Dann müsste ein Einlagensicherungsfonds im Schnitt 43,3 Mrd. Euro auszahlen, um die gesetzlich geschützten Spareinlagen in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Kunde zu entschädigen. Und wenn die Verluste der Bank bei 10 % der Schulden liegen, müsste der Einlagensicherungsfonds immer noch durchschnittlich 4,7 Mrd. Euro aufbringen. „Selbst dieser Betrag dürfte die vorhandenen Einlagensicherungssysteme der Banken in vielen EU-Staaten sprengen“, warnt das „Handelsblatt“. Ausführlich beleuchtet der Beitrag die sich hieraus ergebenden Risiken für Steuerzahler und Bankkunden.

Entsprechend der Richtlinie 2009/14/EG müssen die EU-Staaten eine Mindestgarantie auf 100.000 Euro der Spareinlagen sicherstellen. Die Frist für die Behörden zur Feststellung der Insolvenz einer Bank wird auf maximal fünf Arbeitstage und für die Auszahlung der Garantiesumme auf maximal 20 Arbeitstage festgelegt. Die EU-Staaten können in ihrer nationalen Gesetzgebung aber bessere Konditionen festschreiben.

 


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