Deutsche-Bank-Chef Fitschen zeichnet bedrohliches Szenario einer Überregulierung

11. Juni 2013 | Von | Kategorie: Top News

Medial starke Beachtung finden heute die Warnungen von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen vor einer massiven Verteuerung von Bankgeschäften durch eine Überregulierung des Finanzsektors. Auch der Bankenverband BVR opponiert erneut gegen neue Bankenregeln.
Auf einer gestrigen Konferenz der FDP-Fraktion in Berlin sagte Fitschen, es gebe keine tragfähigen Gründe dafür, das Universalbankensystem durch ein Trennbanken-Modell zu ersetzen. Wer dennoch diesen Weg verfolge, müsse wissen, dass dadurch Kosten entstünden. Für die Finanzkrise sei keine Universalbank ursächlich gewesen, sagte Fitschen. Er verstehe nicht, warum die Politik mit einem Trennbankenmodell ein Problem lösen wolle, das es nicht gebe: „Ich befürchte, dass das Universalbankensystem Opfer des Wahlkampfs geworden ist.“ Der Bankchef warnte zudem, allein die Finanztransaktionssteuer könnte in Europa zu Kosten von 20 bis 30 Mrd. Euro führen: „Gibt es dann noch einen stabilen Bankensektor?“ Er jedenfalls würde sein Geld nicht Banken anvertrauen, die nicht nachweisen könnten, dass sie dann noch Geld verdienen könnten. Auch stehe für ihn fest, dass die Finanztransaktionssteuer zu Ausweichreaktionen führen werde. Die Folgen würden die Kunden tragen: „Finanzdienstleistungen werden sich enorm verteuern“, sagte er. Auch die Pläne der Politik zur gestaffelten Gläubigerbeteiligung bei künftigen Bankabwicklungen trieben die Kosten der Banken an, so der Manager. Fitschen warnte außerdem davor, Hedge-Fonds zu verteufeln. Diese seien eine Realität am Finanzmarkt. „Ohne Hedgefonds kann man kein Unternehmen mehr an die Börse bringen“, sagte Fitschen. Zahlreiche Medien greifen die Regulierungskritik des hochrangigen Bankers auf.

Die „Börsen-Zeitung“ berichtet indes von Forderungen seitens der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland, dass sie von der Anwendung der EU-Richtlinie über die Abwicklung maroder Banken ausgenommen werden. „Der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mischt sich in dieser heißen Phase der Verhandlungen ein und beklagt eine Benachteiligung seiner Mitglieder“, schreibt das Blatt weiter. Konkret weisen die Kreditgenossen darauf hin, dass sie sich gegenseitig vor der Pleite bewahrten. Deshalb sei es für sie unnötig, spezielle Voraussetzungen für eine geordnete Abwicklung zu schaffen. „Unsere Institutssicherung macht für die deutschen Genossenschaftsbanken die mit der EU-Richtlinie diskutierten Abwicklungsinstrumente, vor allem die Umwandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital, überflüssig“, wird BVR-Präsident Uwe Fröhlich zitiert.

 


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