London sträubt sich reflexartig gegen Libor-Maßregelung

11. Juni 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

Die EU-Kommission will die Aufsicht über den Libor und „andere fälschungsanfällige Referenzzinsen“ künftig bei der europäischen Finanzaufsichtsbehörde ESMA verorten, notiert ein Kommentar des „Handelsblatts“. Durch diesen Vorstoß fühlten sich die Briten jedoch verärgert, „schließlich wurde der Libor seit Mitte der 80er-Jahre in London berechnet“. Der Autor erkennt darin einen typischen Ablehnungsreflex der Briten: „Dieses Mal steckt hinter dem Verteidigungsreflex allerdings nicht viel mehr als Symbolpolitik und verletzte Eitelkeit“, heißt es – denn die Brüsseler Idee mache durchaus Sinn. Dem Entwurf der EU-Kommission zufolge soll die ESMA als für EU-weit wichtige Benchmarks zuständige Behörde nicht nur von dazu autorisierten Stellen Daten zur Ermittlung einer Benchmark anfordern können, sondern etwa auch über den Verhaltenskodex ihres Verwalters bestimmen können. Der Entwurf sehe zudem vor, „dass der Verwalter einer EU-weit wichtigen Benchmark die zu seiner Bestimmung verwendeten Daten nach ihrer Publikation so weit wie möglich veröffentlicht“. (vgl. RMRG vom 7.6.)

 


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