„Handelsblatt“-Themenschwerpunkt: Trennbankensystem

13. Juni 2013 | Von | Kategorie: Top News

Das „Handelsblatt“ beschäftigt sich in mehreren Beiträgen ausführlich mit dem Thema „Trennbanken“ und hat hierzu Argumente für und gegen ein Trennbankensystem vorgestellt.
So heißt es einerseits: „Trennbanken sind ein Segen für die Sparer“ – und andererseits: „Universalbanken können Krisen besser abfedern“. In letztgenannten Beitrag wird zudem angemerkt, dass Kunden von Universalbanken alle Dienstleistungen aus einer Hand bekämen. „Das ist besonders für exportstarke Unternehmen wichtig, die neben Krediten auch Währungsabsicherungen und Kapitalmarktprodukte für ihre Finanzierung in Anspruch nehmen.“ In einem weiteren Beitrag macht das „Handelsblatt“ zudem eine beträchtliche „Angst“ der Regulatoren und Politiker „vor zu viel Größe“ aus. Die Furcht vor dem so genannten „too big to fail“-Dilemma der Bankenbranche sei als Grundmuster laufender Regulierungsanstrengungen zu erkennen. Zwar gebe es hier verschiedene Ansätze (z.B. in Europa die Vorschläge der Liikanen-Kommission), doch bislang sei hier kaum etwas auf den Weg gebracht worden.

Außerdem veröffentlicht das „Handelsblatt“ auf Seite 1 die Zusammenfassung eines Interviews mit einem der „mächtigsten Bankenaufseher der USA“, dem Vize-Chef der US-Einlagensicherung FDIC, Tom Hoenig. Hoenig, der sich für ein striktes Trennbankenmodell starkmache (bis zur Konsequenz einer Zerschlagung der wichtigsten Geldinstitute), wolle gesetzlich festschreiben, dass Investmentbanken kein Geschäft wie traditionelle Banken mehr machen dürfen – und umgekehrt. Nur dann werde auch niemand mehr erwarten, dass eine strauchelnde Investmentbank vom Staat gerettet wird, so Hoenig in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Auf die Frage, welches Potenzial er den schärferen Eigenkapitalregeln für Banken (Basel III) bei der Stabilisierung des Bankensektor zurechnet, gibt sich Hoenig zurückhaltend: Basel III sei ein System, „das man sehr leicht austricksen kann, weil es darauf beruht, einzelnen Vermögensanlagen bestimmte Risiken zuzuschreiben und sie dann bei der Berechnung der Kapitalausstattung unterschiedlich zu bewerten.“ Hinsichtlich einer Implementierung von Basel III in den USA äußert sich der FDIC-Vize zurückhaltend, um anschließend jedoch hervorzuheben, dass er für eine Eigenkapitalquote der Banken von 10 % plädiere.

 


Tags: , , , , ,

Keine Kommentare möglich.