Hat UBS Kommunen über den Tisch gezogen? – Neuerliche Rechtsrisiken der Banken im Fokus

17. Juni 2013 | Von | Kategorie: Riskmanagement

Die Bankenbranche wird erneut von ihren Altlasten eingeholt – und sieht sich damit neuerlichen Rechtsrisiken ausgesetzt.
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet von Ermittlungen der US-Finanzaufsicht, die erstmals offenlegen würden, „mit welchen Methoden die Investmentbank UBS deutschen Kommunen gezielt faule Kreditpapiere unterjubeln wollte“. Am Beispiel der Stadt Leipzig und deren kommunalen Wasserwerken, wo dies offenbar gelungen sei, beleuchtet das Blatt die Hintergründe. Damit sei auch die gängige These von den naiven Kommunalpolitikern, die in ihrer Gier alles kauften, erstmals relativiert, so der Autor, denn: „Jetzt zeigt sich, wie internationale Banker aggressive Strategien entwickelten, um toxische Kreditpapiere bei deutschen Kommunen zu entsorgen. Die Geldhäuser haben demnach gezielt unbedarften Provinzmanagern faule Geschäfte aufgedrängt, bei denen nur die Bank gewinnen konnte.“ Der „Spiegel“ beruft sich dabei auf bankinterne Dokumente und Gerichtsunterlagen.

Indes hat die Notenbank Singapurs 20 Geldhäuser wegen der Manipulation von Zinssätzen zu einer symbolischen Strafe verurteilt. Auch hier betrifft es die UBS, sowie die Royal Bank of Scotland (RBS) und die niederländische ING. Die Institute müssen bei der Notenbank für ein Jahr Beträge zwischen 1,0 und 1,2 Mrd. Singapur-Dollar (rund 600 bis 720 Mio. Euro) als zusätzliche Reserve hinterlegen, wie die Agentur „Reuters“ berichtet. „Günstiger kommen die übrigen 17 Banken weg, darunter die Deutsche Bank und Credit Suisse“, heißt es weiter. Die Höhe der Mittel, die die Institute aufbringen müssen, hängte laut „Reuters“ vom Ausmaß der Manipulationsversuche der Händler ab. Würden die Missstände behoben, erhalten die Banken das Geld zurück. (weitere Quellen: Börsen-Zeitung, Handelsblatt)

 


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