Neue Details zu Leverage Ratio aus Basel

27. Juni 2013 | Von | Kategorie: Basel III

Mehrere Medien stellen heute Details vor, die der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Ausgestaltung der im Eigenkapitalregelwerk Basel III verankerten Verschuldungsgrenze (Leverage Ratio) vorgestellt hat.
„Diese nimmt anders als die übrigen Eigenkapitalregeln von Basel III keinen Bezug auf die Risiken, die mit den jeweiligen Geschäften verbunden sind. Sie wird daher als risikounabhängige Messgröße angesehen – ganz anders als die Vorgaben einer Kernkapitalquote, das Herzstück der neuen Branchenregeln“, merkt die „Börsen-Zeitung“ erklärend an. Ab 2018 soll die Quote greifen – von 100 Euro Aktiva einer Bank müssen dann mindestens 3 Euro mit Eigenkapital besichert sein. „Was die den Schuldenhebel verkürzende Saldierung von Derivaten angeht, folgt das Papier dabei eher den strikteren Vorgaben der international gültigen IFRS-Normen als den großzügiger gestalteten Regeln von US-GAAP“, konstatiert ein Kommentar der „Börsen-Zeitung“. Derweil lobt der Kommentator des „Handelsblatts“ (Titel: „Zweierlei Maß“) den Ansatz der Baseler Aufseher, in ihrem Regelwerk sowohl risikogewichtete als auch risikoungewichtete Messgrößen zu integrieren. Der Kommentator der „Börsen-Zeitung“ wiederum (Titel: „Am längeren Hebel“) sieht mit dem Papier aus Basel die Wahrscheinlichkeit steigen, dass die Leverage Ratio ab 2018 als verbindliche Messgröße in Basel III eingeführt wird. Dies gebe europäischen Banken wenig Anlass „zu frohlocken“.

Die Schuldenbremse der Bankenaufseher würde die Deutsche Bank belasten, so indes die Feststellung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dem Bericht zufolge droht dem deutschen Branchenprimus durch die von den Bankenaufsehern geplanten Leverage Ratio „ein enges Korsett“. Berechne die Deutsche Bank den Schuldenhebel nach den für Europa maßgeblichen Bilanzregeln (IFRS), komme sie noch nicht auf 3 %. Ende März kam sie auf 2,75 % bei einem Eigenkapital von 56 Mrd. Euro und einer Bilanzsumme von 2.033 Mrd. Euro. Stefan Krause, Finanzvorstand der Deutschen Bank, sagte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Wir halten eine weltweit einheitliche Definition der Leverage Ratio für sinnvoll, weil damit endlich Äpfel mit Äpfel verglichen werden können.“ Amerikanische Banken hätten dank ihrer Bilanzregeln den Vorteil, dass sie Derivatepositionen stärker miteinander verrechnen können als die europäischen Wettbewerber. So komme die Deutsche Bank nach den amerikanischen Regeln auf eine um 40 % niedrigere Bilanzsumme. Die Leverage Ratio betrage dann 4,6 %.

 


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