Warnung vor unentdeckten Bilanzrisiken bei Banken

1. Juli 2013 | Von | Kategorie: Top News

BankenrisikenDie „Süddeutsche Zeitung“ warnt in einem ausführlichen Beitrag vor möglichen Risiken bei der Deutschen Bank und anderen Banken.
Im Prolog des Beitrags heißt es kritisch: „Wo sind sie – die Zeitbomben in den Bilanzen der Geldhäuser? Sind die Risiken nach der Krise wirklich verschwunden?“ Letztlich, so Experten, wüssten dies „nur die Banker selber“. Erforderlich sei deshalb aus Sicht des Autors „mehr Transparenz – und Zahlen, die jeder versteht“. Vor allem das aus Sicht des Autors riskante Geschäftsmodell der Deutschen Bank mache Sorgen: „Die Deutsche Bank handelt über Derivate ständig Risiken, jede Minute, jede Sekunde, Tausende kleiner und großer Geschäfte, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und dennoch in einer kritischen Situation einen Crash verstärken können.“ Die Bilanz der Deutschen Bank sei wie ein Spinnennetz, so ein Experte. Man „zupft an einer Stelle und überall anders vibriert es. Man weiß nie, ob es nicht reißt.“ Schon ein Rechenfehler im Promillebereich könne bei den Marktwerten Milliardenverluste auslösen, warnt ein anderer Fachmann vor möglichen systemischen Risiken.

In des veröffentlicht die „Börsen-Zeitung“ ein Essay des Bankenhistorikers Harald Wixforth über die Geschichte des Universalbankensystems in Deutschland von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute. Dabei werden auch vergangene Trends bei den Risikoexposures in einzelnen Phasen der neuzeitlichen Bankengeschichte analysiert. Einschneidend sei dabei aus Sicht des Autors der massive Einstieg der deutschen Banken in das Investmentbanking in den 90er Jahren gewesen, die die einstmals stabilen Banken in die Bredouille gebracht hätten: „Sie rechtfertigten diesen Schritt mit der wachsenden Globalisierung der zunehmend deregulierten Finanzmärkte.“ Einige risikoarme Geschäftssparten wie das Massenkundengeschäft seien in diesem Zuge „ausgegliedert“ worden – wie bei der Deutschen Bank etwa in der Deutschen Bank 24 – „und es wurden im Kampf um Kunden im internationalen Investmentbanking angelsächsische oder amerikanische Investmentbanken mit erheblichen Kreditrisiken übernommen.“ Dieser riskante Wechsel in der Unternehmensstrategie sei aus heutiger Sicht „als Fehler zu werten“. Während die Deutsche Bank diesen Fehler korrigieren konnte, hätten anderen Banken weiter mit Problemen wie wachsenden Risiken im operativen Geschäft, aber auch sinkenden Margen zu kämpfen. Die aktuelle Finanz- und Bankenkrise habe diese Probleme deutlich zutage treten lassen, heißt es weiter.

 


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