Regulierungsdichte wird weiter zunehmen

1. Juli 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

In einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ erwartet Thorsten Höche, Chefsyndikus des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), eine Zunahme der Regulierungsdichte für Banken und Finanzmärkte.
Im Prolog des Beitrags beschreibt Höche die Lage wie folgt: „Mehr als 50 Gesetze und Regulierungen sind seit der Lehman-Insolvenz erlassen worden – Die neue Art der Regulierung wird weiter um sich greifen.“ Fazit des Autors: „Die neue Art der Regulierung, noch dazu in der Praxis durch Prüfungen nicht zuletzt von Aufsichtsbehörden kontinuierlich evaluiert, wird .. weder wieder verschwinden noch reduziert werden. Sie ist gekommen, um zu bleiben – und sie wird weiter um sich greifen.“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hält derweil viele zentrale Grundideen der europäischen Bankenregulierer in den vergangenen Jahren für falsch: „Die Politiker haben sich viele Eingriffe in die Banken einfallen lassen. Die meisten taugen nichts“, heißt es einleitend. Viele Vorschläge seien längst nicht geeignet, dem Zweck in überzeugender Weise zu dienen. Vor allem die Frontalangriffe gegen die Investmentbanken (u.a. Trennbankenmodelle) würden das Problem nicht lösen, heißt es, denn: „Die Analyse, zockende Investmentbanker haben die Krisen verursacht, bringt höchstens einen Teilausschnitt der Wahrheit ans Licht. In Europa brachten faule Immobilienkredite Banken in Spanien, Irland und nicht zuletzt Deutschland in die Schieflage. Solche Kredite gehören zum Kern der Geschäftsbanken, nicht aber der Investmentbanken.“ „Misslich“ sei vor allem die Haftungsfrage der Finanzinstitute. „Die jüngsten Regelungen lassen so viele Ausnahmen zu, dass im Zweifel am Ende wieder die gesamteuropäische Solidarität gefragt ist, wenn es nationale Banken zu retten gilt. Genauer: Gefragt sind die zahlungskräftigen Steuerzahler.“ (vgl. RMRG vom 28.6.)

 


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