Deutsche Bank will Bilanz zusammenstauchen

8. Juli 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

In einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ hat der Finanzvorstand der Deutschen Bank, Stefan Krause, das Prinzip der Risikogewichtung in seinem Haus verteidigt und will nun in Erwartung einer Schuldenquote Liquidität und Derivategeschäft reduzieren. Damit setzt sich die Bilanzsanierung der Deutschen Bank fort und es steht zudem – im Lichte neuer Vorgaben der internationalen Aufseher – nun eine kräftige Schrumpfung der Bilanzsumme an, analysiert die „Börsen-Zeitung“. Nachdem der Baseler Ausschuss der Bankenaufseher vor wenigen Tagen eine risikoungewichtete Schuldenquote für Banken definierte, kündigt Krause zudem Änderungen am Geschäftsmodell an. Demnach wird die Bank ihr Liquiditätspolster verringern und Derivategeschäfte abbauen. Ohnehin geplant seien Veräußerungen von Nichtkernaktiva. Seit Jahren nehme die Bank „über Hedging weitgehend das Risiko aus der Bilanz“, sagt Krause. „Mit einer einfachen Leverage Ratio wird dieses Geschäftsmodell deutlich erschwert. Denn wir werden es uns dann kaum noch leisten können zu hedgen, wenn wir aus einer kürzeren Bilanzsumme das Ergebnis erwirtschaften müssen, um eine angemessene Kapitalverzinsung zu erzielen.“ Auch werde die Bank „mit Sicherheit nicht mehr diese hohe Liquiditätsquote fahren können“. Laut dem Finanzportal „Onvista“ (7.7.2013) sind „die Dimensionen des Umbaus … gewaltig.“ Separate Kapitalvorgaben für Auslandsbanken in den USA werde das Institut laut Krause meistern, ohne Kernkapital dorthin zu transferieren. Um die Anforderungen zu erfüllen, könne die Bank Zusatzkapital nutzen. Dies liege auch an einer Reduktion der Bilanzsumme in den USA: „Wenn solche Regeln greifen, konsolidieren wir unsere mexikanische Tochtergesellschaft nicht mehr in die US-Holding.“ Bis die Deutsche Bank nach Plan abwickelbar wäre, müssten „noch einige Runden mit verschiedenen Regulatoren“ gefahren werden.

 


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