Kampf um die Risikogewichtung der Bankenregeln

10. Juli 2013 | Von | Kategorie: Top News

„Häppchenweise lässt der Baseler Ausschuss derzeit die Katze aus dem Sack…“, berichtet der „Platow Brief“ in einer Analyse zum Stand der Arbeiten rund um die neuen Kapitalstandards für Banken.
So habe der Ausschuss vor kurzem Details zur Ausgestaltung der Verschuldungsgrenze zur Diskussion gestellt (vgl. RMRG vom 9.7.). „Diese so genannte Leverage-Ratio stellt die noch weitgehend ungewichtete Bilanzsumme ins Verhältnis zum regulatorischen Eigenkapital.“ Dem Bericht zufolge ginge das Ringen um die Risikogewichtung nun „in die entscheidende Runde.“ Erste Reaktionen der Banken beschreibt der „Platow Brief“ wie folgt: „Wie das Kaninchen auf die Schlange starren Banker derzeit auf die Arbeit des bei der BIZ in Basel angesiedelten Ausschusses für Bankenaufsicht.“ Die Bankenbranche wehre sich vehement gegen eine risikoungewichtete Verschuldungsquote im Regelwerk – verwiesen wird explizit auf die Einwände der Deutschen Bank. Andererseits drängten Wissenschaftler, zahlreiche Regulatoren und Politiker auf die Verankerung der Leverage Ratio als verbindliche Kenngröße.

Derweil ist nun klar, dass die drei amerikanischen Bankenaufsichtsbehörden die acht größten US-Banken (u.a. Bank of America, Citigroup, Wells Fargo) zu einem deutlich höheren Kapitalpuffer zwingen als ihn die internationalen Regeln Basel III vorschreiben. Am Dienstag teilten Notenbank Federal Reserve, die Einlagensicherung FDIC und die Aufsichtsbehörde OCC mit, sie wollten den Branchenriesen eine Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 6 % abverlangen. Auf Holding-Ebene soll sie 5 % erreichen. „Das heißt, die Banken müssen für 6 % ihrer Bilanzsumme Eigenkapital vorhalten“, erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

 


Tags: , , , , ,

Keine Kommentare möglich.