S&P: “Basel III sollte Qualität des Eigenkapitals adressieren”

11. März 2009 | Von | Kategorie: Basel III

„Da Basel II prozyklisch wirkt, wird sich [...] Druck auf die Eigenkapitalquoten ergeben, zumal der aktive Abbau von Bilanzbeständen in diesem Marktumfeld sehr limitiert ist“, so die Einschätzung des Standard & Poor’s-Bankenanalysten Stefan Best im Interview mit der heutigen Börsen-Zeitung. Er beleuchtet die aktuelle Kapitalisierung der Finanzinstitute und weist darauf hin, dass seine Agentur bei der Bewertung der Kapitalsituation von Banken schon seit längerem stärker differenziere. „Echtes Eigenkapital ist eben aus unserer Sicht nur das, was in einer schwierigen Lage dazu dienen kann, Verluste auszugleichen, ohne gleich einen Vertrauensverlust bei den Fremdkapitalgebern hervorzurufen.“ Daher sein Ausblick auf eine künftige Regulierung: „Basel III soll sich mit der Qualität des Kapitals beschäftigen [...].” So habe die Schweiz mit ihren jüngsten Änderungen an den Eigenmittelvorgaben für die Großbanken UBS und Credit Suisse schon auf diese Problematik reagiert.

Der Bankenanalyst kritisiert zudem die mangelnde Aussagekraft der Basel II-Eigenkapitalregeln. S&P sei von Anfang an der Meinung gewesen, „dass Basel II ein noch nicht ausreichend getestetes System ist [...].” So beurteile die Ratingagentur bestimmte Markt- und Kreditrisiken anders als Basel II. Die Baseler Regularien würden die Vergleichbarkeit zwischen Instituten, aber auch von Instituten im Zeitablauf unmöglich machen. Die Maßstäbe von S&P sind nach Meinung von Best im Vergleich zu Basel II weniger anfällig gegenüber zyklischen Schwankungen.

 


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