Rohstoffspekulationen der Banken zunehmend am Pranger

24. Juli 2013 | Von | Kategorie: Top News

RisikoDie Rohstoffspekulationen global operierender Banken, mit denen diese im Trend in weniger stark regulierte Bereicher ausweichen wollen, ist Thema in der Berichterstattung der Wirtschaftsmedien.
Das „Handelsblatt“ etwa beleuchtet das Engagement der US-Banken beim physischen Handel mit Aluminium, Öl und anderen Rohstoffen durchaus kritisch. So gebe es Vorwürfe, dass die Banken die Rohstoffmärkte manipulieren – und sich damit weiteren Risiken ausgesetzten. Als Negativbeispiel verweist der Autor auf Goldman Sachs: eine von der Bank geführte Lagerhausfirma soll Aluminium-Stangen von einem Standort zum nächsten transportiert, um so die Lagerzeiten zu verlängern und dadurch die Preise zu erhöhen. Es sei quasi unmöglich für die Regulierer nachzuvollziehen, wie groß die Positionen von Morgan Stanley, Goldman Sachs und JP Morgan sind, warnt hierzu eine Expertin. Die US-Politik sei bereits „alarmiert“ und habe im Bankenausschuss nun folgende Fragestellung zur Diskussion gestellt: „Sollten Banken Kraftwerke, Lagerhäuser und Öl-Raffinerien besitzen dürfen?“ Mittlerweile habe auch die US-Aufsicht Fed das Problem erkannt und würde die Spielregeln prüfen – und zwar in der Hinsicht, ob der Handel mit physischen Rohstoffen mit den strengeren Vorschriften für Universalbanken vereinbar ist. Das „Handelsblatt“ gibt in diesem Kontext Vorwürfe wieder, wonach die Fed die Institute „ausgerechnet auf dem riskanten Feld der Rohstoffe nicht scharf genug kontrolliert“ habe.

Auch ein „Handelsblatt“-Kommentar fordert in diesem Zusammenhang konkrete Schritte zur Reform des US-Finanzmarkts sowie ein Verbot des Handels mit physischen Rohstoffen. Denn gerade Geschäftsbanken würden zu hohe Risiken eingehen, wenn sie nebenbei noch im Handel mit Aluminium, Öl und Energie mitmischten. „Was wäre zum Beispiel, wenn ein Öltanker havariert? Anders als bei der Ölkatastrophe von BP könnte es nicht nur zu einem massiven Kursrutsch kommen, sondern auch zu einem Run auf die Bank“, warnt die Autorin.

 


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