CRD IV: Gefährdete Innenfinanzierung bei Banken?

29. Juli 2013 | Von | Kategorie: Basel III

In einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ warnen Klaus Lackhoff, Counsel, und Henny Müchler, Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Frankfurt, vor höheren Refinanzierungskosten für deutsche Banken. So könnten Darlehen an Tochterinstitute künftig auf Großkreditobergrenzen angerechnet werden. Bislang könne ein Kreditinstitut einem Tochterinstitut, das in die konzernweite Risikosteuerung und Überwachung von Großkrediten eingebunden ist, Darlehen gewähren, ohne dass diese auf die Grenzen angerechnet werden, die für die Kreditvergabe an einen Kreditnehmer bestehen. Diese Großkreditobergrenzen sollen vermeiden, dass ein Institut im Falle des Ausfalls eines Kreditnehmers in seinem Bestand gefährdet wird (sog. Klumpenrisiko). Mit dem Inkrafttreten des CRD-IV-Pakets im Jahr 2014 werde sich das europäische Bankaufsichtsrecht nun aber grundlegend ändern. „Für Institute, die unbedingt rückzahlbare Gelder des Publikums (zum Beispiel Spareinlagen) entgegennehmen und zugleich das Kreditgeschäft betreiben (Einlagenkreditinstitute), gelten ab diesem Zeitpunkt die Großkreditvorschriften der sog. Capital Requirements Regulation (CRR).” Künftig müsse dann, anders als wie bislang, grundsätzlich die jeweils zuständige Aufsichtsbehörde darüber entscheiden, ob und inwieweit Kredite innerhalb eines Bankkonzerns auf die Großkreditgrenzen anzurechnen sind. Die Autoren sehen hierdurch die Innenfinanzierung von Bankkonzernen gefährdet. Ausführlich beleuchten Lackhoff und Müchler die bislang in der deutschen Fachöffentlichkeit noch zu wenig diskutierten Risiken dieser Politik.

 


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