Deutschland soll bei der Sanierung der europäischen Banken vorangehen

12. August 2013 | Von | Kategorie: Riskmanagement

Deutschland soll bei der Sanierung der europäischen Banken vorangehen – In einem Gastbeitrag für die „Börsen-Zeitung“ fordert Ashoka Mody, Gastprofessor an der Pririceton University, dass Deutschland bei der Sanierung der Finanzbranche in Europa eine Führungsrolle übernehmen soll. Die Richtung, in die sich Europa bewegt, hänge in entscheidendem Maß von der Kraft und der Ausgestaltung der deutschen Führungsrolle ab. „Die Herausforderung besteht darin, einen deutlichen Schritt nach vorne zu wagen, der gleichzeitig die nationale Souveränität respektiert. Wenn Deutschland also die Zeche nicht zahlen kann, was hat es Europa dann zu bieten? Einiges: etwa den Bankensektor zu verarzten, der immer noch die tiefen, offenen Wunden der Krise mit sich herumträgt.“ Gegenwärtig sei die Lage unbefriedigend, da Deutschland als Motor der Bewegung nahezu ausgefallen sei. Beispiel hierfür seien etwa die Verhandlungen rund um Basel III. „… bei den Basel-III-Verhandlungen über eine strengere Regulierung der Banken drückten die Europäer – insbesondere die Deutschen -auf die Bremse. Die Lage der Banken verschärft sich, da sich geschwächte Institute und schwache Volkswirtschaften gegenseitig herunterziehen.“ Zombiebanken blieben demnach eine systemische Bedrohung, die nur durch die großzügige Versorgung insolventer Banken mit billigen EZB-Mitteln im Zaum gehalten werden könne. Aus diesem Blinkwinkel sei der deutsche Vorschlag einer Bankenunion verlockend. Es sei ein „kleiner, aber entscheidender Schritt in die richtige Richtung“. Hier müsse aber aufgepasst werden, dass die andauernden Bemühungen um eine gemeinsame Bankenabwicklung und die Einlagensicherung – wie zuletzt durch die deutsche Politik negativ erfolgt – „nicht im Keim erstickt“ werde. (Handelsblatt, 9.8.13/S64)

 


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