Ausblick auf neue Regulierungshürden für Banken

15. August 2013 | Von | Kategorie: Top News

In einem ausführlichen Special geht das „Handelsblatt“ der Frage nach, was auf die Banken im Zuge der anstehenden Regulierungsherausforderungen zukommt.
„Nach dem Fast-Absturz des Weltfinanzsystems sollten die Banken krisensicher werden. Doch statt Reform droht Chaos“, so der Autor eingangs. Und weiter warnt er an die Adresse der Banken: „Auf die Banken rollt seit der Finanzkrise eine Welle neuer Regeln und Kontrollen zu. Dahinter steckt nicht nur die Sorge vor der nächsten Krise, sondern zum Teil auch der verständliche Zorn von Politikern, Aufsehern und Steuerzahlern auf eine Branche, die beinahe den Komplett-Absturz des Weltwirtschaftssystems verursacht hätte.“ Die unterschiedlichen Anforderungen werden dabei wie folgt zusammengefasst: „Die Banken sollen mehr Kapital aufnehmen, ihre Liquidität erhöhen, gleichzeitig aber zusätzliche Steuern bezahlen und Rettungstöpfe füllen, auf staatliche Garantien verzichten, Teile ihres Geschäfts auf zentrale Abwicklungsstellen verlagern, andere Teile aufgeben oder sich gleich komplett zerlegen, außerdem die Boni deckeln und vorsorglich schon mal ihren eigenen Konkurs vorbereiten; kurz gesagt: weniger Gewinn machen, aber davon mehr für alle möglichen Zwecke abführen oder in der Bilanz bunkern.“ Kritisch wird dabei vor allem die mangelhafte Zusammenarbeit der Regulierer in Europa und den USA betrachtet.

In mehreren Beiträgen werden zudem einzelne Regelverschärfungen im Detail vorgestellt – so z.B. die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln und die Ansätze zur Aufspaltung von Universalbanken. Ein Teilbeitrag (Titel: „Sache der Gläubiger“) geht zudem der Frage nach der Rolle des Staates bei künftigen Bankenrettungen nach. „Bail in“ laute dabei das Zauberwort. Im Prinzip heiße das, dass erst einmal die Gläubiger bluten sollen, bevor der Staat eingreift. Schulden würden also in Eigenkapital umgewandelt, wenn zu wenig Eigenkapital übrig ist. Neben vielen Vorteilen hätten die neuen Regeln für den Bail In aber auch einen wichtigen Nachteil, so das „Handelsblatt“: „Im Krisenfall machen die Gläubiger sich bei wackeligen Banken schnell aus dem Staub, entziehen dem Geldhaus also wertvolle Mittel genau dann, wenn sie am nötigsten gebraucht würden.“

Unter dem Titel „Eine Frage der Größe“ beleuchtet ein weiterer Unterbeitrag die Bemühungen der internationalen Regulierer, Banken auf eine regulatorisch unbedenkliche Größe zurückzustutzen. Hier sei vor allem die Zerschlagung der Universalbanken im Gespräch. Ausführlich beleuchtet der Autor „Pro“ und „Contra“ hierzu. Weitere Teilbeiträge (1. „Grenzen der Sicherheit – Die Regulierer ringen um Regeln für Ausgleichspuffer“; 2. „Dickere Polster – Banken müssen 30 Tage ohne Hilfe auskommen können“; 3. „Mehr Licht ins Dunkel – Wichtige Staaten planen härtere Regulierung“) beschäftigen sich mit weiteren Facetten rund um das Thema Bankenregulierung.

 


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