EZB kommt bei Bankenaufsicht in Zeitnot

19. August 2013 | Von | Kategorie: Top News

Die „Süddeutsche Zeitung“ sieht die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem Aufsichtsmandat über die europäischen Banken, das sie eigentlich im Oktober antreten will, unter massiven Zeitdruck geraten.
Der Zeitplan könnte schon beim ersten Schritt, nämlich der bis Februar 2014 angedachten gründlichen Durchleuchtung der Bankbilanzen in der Euro-Zone, „ins Wanken kommen“, heißt es. „Es ist illusorisch, dass die Bilanzprüfung bis Februar oder März abgeschlossen ist“, wird ein Bankenaufseher zitiert, der in die Vorbereitungen involviert ist. Neun Monate würden von der Konzeption bis zur Auswertung der Daten schnell vergangen sein. Hintergrund: Die EZB müsse prüfen, ob sich in den Bilanzen der Großbanken in den 17 Euro-Ländern keine Risiken verstecken, die der Notenbank nach der Übernahme der Verantwortung zu schaffen machen könnten. Hinzu kommt: Um den Starttermin für die „Bankenunion“ nicht zu verpassen, müssten Eba und EZB dann parallel an ihren Tests arbeiten – „doch das bedeutet Doppelarbeit für die nationalen Aufsichtsbehörden, die die Daten für Bilanzprüfung und Stresstest auswerten: Die aktuellen Bilanzzahlen für die EZB, die Zukunftsszenarien für die Eba.“ Doch damit nicht genug: Am 10. September sollen das EU-Parlament und anschließend der Europäische Rat die Rechtsgrundlage für die Übergabe der Bankenaufsicht an die EZB schaffen – mit einem halben Jahr Verspätung. „Doch wer Brüssel kennt, muss auch an diesem Zeitplan zweifeln“, warnt die „Süddeutsche Zeitung“.

 


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