T2S könnte Basel Ill-Kapitalanforderungen der Euro-Banken reduzieren

22. August 2013 | Von | Kategorie: Top News

BankenEine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und des zur Deutschen Börse gehörenden Abwicklers und Verwahrers Clearstream hat ergeben:
Das T2S genannte System der Europäischen Zentralbank zur zentralen Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld biete der Finanzbranche erheblich größere Vorteile als allgemein angenommen. Laut Studie habe das System unter anderem das Potenzial, die Eigenkapitalanforderungen der Banken des Euroraums nach den Basel III um mehr als 30 Mrd. Euro zu reduzieren. Das entspreche 11% der Kapitallücke von 295 Mrd. Euro, die die OECD auf Basis der Daten per ultimo 2011 geschätzt habe, berichtet die „Börsen-Zeitung“ in einem ausführlichen Beitrag zum Thema. „Bei T2S fokussiert sich der Markt bisher eher auf die Abwicklungsentgelte und technische Aspekte“, wird in dem Beitrag ein Manager von Clearstream zitiert. „Dabei bietet T2S potenziell deutlich mehr Wert für den Markt.“ Clearstream und PwC hätten das Potenzial untersucht und seien von den Ergebnissen überrascht worden, heißt es in der „Börsen-Zeitung“ weiter. Das System ermögliche die Nutzung eines zentralen Kontos für die Abwicklung. Laut der Studie werde T2S eine Verkürzung der Wertpapierverwahrkette ermöglichen. Viele größere Zentralverwahrer hätten erklärt, dass sie direkten Zugang zueinander herstellen werden. Dies werde die Marktteilnehmer in die Lage versetzen, ihre Assets direkt bei einem Zentralverwahrer zu halten, ohne mit allen Zentralverwahrern Geschäftsbeziehungen zu unterhalten.

Ferner werde T2S der Studie zufolge die Mobilität von Sicherheiten erheblich verbessern. Wertpapiere in sämtlichen T2S-Märkten würden technisch auf ein und derselben Plattform gehalten, und Buchungen innerhalb von T2S könnten in Echtzeit getätigt werden. „Dies bedeute, dass eine Bank, die Sicherheiten in einem Markt benötige und die dafür geeignete Wertpapiere nur in einem anderen Markt habe, nur eine T2S-interne Buchung vornehmen müsse, um die Wertpapiere dorthin zu transferieren, wo sie gebraucht würden“, schreibt die „Börsen-Zeitung“.

 


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