Brüssel reguliert Geldmarktfonds und will schärferes Wertpapierrecht

22. August 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

RegulierungWie das „Handelsblatt“ berichtet, wird für Geldmarktfonds das Geschäft in Europa in Zukunft schwieriger.
„Die bislang weitgehend unregulierten Kapitalsammelstellen sollen nach dem Willen von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sicherer werden und deshalb Kapitalpuffer bilden“, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf einen Verordnungsentwurf, den Barnier am 4. September vorlegt. Fonds mit einem festen Anteilswert (Constant net asset value) müssten demnach „einen Puffer schaffen und dauerhaft beibehalten, der sich auf mindestens drei Prozent ihres gesamten Vermögenswertes beläuft“, heißt es in dem Entwurf der Verordnung, der dem „Handelsblatt“ vorliegt. Die betroffene Branche laufe derweil gegen die neue Vorschrift bereits seit Wochen Sturm. Der geplante Kapitalpuffer erhöhe die Kosten derart, dass sich Geldmarktfonds nicht mehr lohnen würden, beschweren sich einige Marktteilnehmer, heißt es in dem Beitrag. Fazit des „Handelsblatts“: „EU-Kommissar Barnier plant härtere Regeln für Schattenbanken.“

„Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr einen Gesetzesvorschlag für das Wertpapierrecht vorlegen“, meldet indes heute die „Börsen-Zeitung“. Unter Berufung auf eine „mit den Vorgängen vertraute Person“ heißt es, dass es dabei vor allem darum gehe, die Geschäfte – insbesondere Repos und die Wertpapierleihe – transparenter und nachvollziehbarer zu machen. Auch sei denkbar, dass der Einsatz von Wertpapieren als Sicherheiten eingeschränkt werde. Parallel zum Vorstoß im Wertpapierrecht möchte EU-Kommissar Michel Barnier laut „Börsen-Zeitung“ in den letzten Monaten seiner Amtszeit andere Maßnahmen zur Kontrolle der Risiken von Schattenbanken vorantreiben. „Dazu zählt etwa die Unterstützung des – bereits international vom Financial Stability Board betriebenen – Konzepts einer Kennzeichnung aller legalen Einheiten (Legal Entity Identifier). Damit soll es für Aufsichtsbehörden einfacher werden, alle Akteure zu identifizieren und die Konzentration von Risiken zu entdecken.“ Ausführlich berichtet die „Börsen-Zeitung“ über diese und weitere Regulierungstrends.

 


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