“Prozyklik spielt sich in der Bestandmasse Eigenkapital ab”

20. März 2009 | Von | Kategorie: Basel III

Gerhard Wildmoser, Geschäftsführer von Wildmoser/Koch & Partner Rechtsanwälte, mahnt in einem Beitrag für das „Wirtschaftsblatt“ eine zügige Überarbeitung der internationalen Finanzmarktregulierung an. Die Lage der Banken und damit des „Blutkreislaufes“ der Wirtschaft sei aufgrund der bisher bestehenden Regularien einer enormen Prozyklizität ausgeliefert, deren Wirkung sich in steigendem Maße zeigen werde. „Schlechte Konjunkturentwicklungen hatten stets die Fähigkeit von Unternehmen beeinträchtigt, ihren Verbindlichkeiten gegenüber Banken vollinhaltlich oder fristgerecht nachzukommen, damit war der Eigenkapitalaufbau von Banken geschwächt, sodass daraus weniger Spielraum für die Vergabe von Krediten folgte“, erklärt Wildmoser. Schon Basel I habe diese Tendenz prozyklisch massiv verstärkt.

„Seit Basel I, massiv verstärkt durch den mechanischen Umgang von Basel II mit Kreditrisken, spielt sich daher die Prozyklizität nicht mehr auf der Ebene des Cashflows der Banken ab, sondern in der Bestandmasse Eigenkapital“, konstatiert Rechtsanwalt Wildmoser im zweiten Teil des Beitrags. Die Verschlechterung von Kreditrisken führe durch den unmittelbaren Anpassungszwang im Bereich der Eigenkapitalunterlegung zur Notwendigkeit, entweder Eigenkapital aus anderen Quellen neu aufzubauen oder Kredite abzubauen. Der Aufbau von Eigenkapital erfolge zwischenzeitig teilweise durch staatliche Leistungen, der Abbau von Unternehmenskrediten in der Krise werde allerdings nur schwer möglich sein. Das Fazit: „Dies bedingt zwingend, die strikte Handhabung des Umganges mit Kreditrisken nach Basel II auszusetzen.“

 


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