Banken verzweifeln an Regulierungswut

4. September 2013 | Von | Kategorie: Regulierung

Das „Handelsblatt“ berichtet in einem ausführlichen Beitrag über wachsende Widerstände der Banken gegen die vermeintliche Regulierungswut der nationalen und internationalen Aufseher. Top-Banker würden zunehmend wieder in die Offensive gehen, heißt es. Sie fühlen sich von Politik und Aufsicht gegängelt, sie wollen Geschäfte ohne zu enge Grenzen machen. „Das Unbehagen fassen sie in einem Wort zusammen: Überregulierung.“ Man sei an einem Punkt angelangt, an dem wir Gefahr laufen, dass die regulatorischen Maßnahmen in Europa exzessiv werden, wird Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain aus einem Grußwort zur diesjährigen „Handelsblatt“- Konferenz, die am Mittwoch beginnt, zitiert. Die Auswirkungen der Überregulierung in Europa könnten am Ende auch das Wirtschaftswachstum bremsen. Weiter heißt es: „Fünf Jahre nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers fühlen sich die Banken massiv eingeengt von der harten Wirklichkeit mit ihren neuen Regeln, die die Finanzaufseher vorgeben: Die Geldhäuser sollen ihr Kapital aufstocken, die Liquidität erhöhen, zusätzliche Abgaben bezahlen und Teile ihres Geschäfts auf zentrale Wertpapier Wertpapierabwickler übertragen.“ Außerdem müssen sie ihr eigenes Testament schreiben. Kritisch werde dabei auch der von den Aufsehern geforderte Schrumpfungskurs der Bankenbilanzen gesehen. Mehr Regulierung bedeute für die Banken zudem einen steigenden Verwaltungsaufwand und höhere Kapitalkosten, meint Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen als Präsident des deutschen Bankenverbands BdB. Deshalb würden die Banken nun prüfen, welche Aktivitäten sich noch lohnten und welche nicht. Probleme gebe es dann, wenn sämtliche Banken bestimmte Aktivitäten einstellten. Als Beispiel dafür nannte Fitschen die langfristige Exportfinanzierung. Probleme gebe es auch bei der Schiffs- und bei der Immobilienfinanzierung.

 


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