Retail-Banking unter wachsendem Regulierungsdruck

2. September 2013 | Von | Kategorie: Top News

In Teil 14 ihrer großen Serie „Retail Banking Reloaded“ beschäftigt sich die „Börsen-Zeitung“ mit den Auswirkungen der Regulierung auf das Privatkundengeschäft der deutschen Banken. Unbeachtet von den großen Regulierungsvorhaben, die EU-Kommissar Michel Barnier derzeit in großer Zahl und mit Nachdruck durchführt, würden gegenwärtig auch viele Verbraucherschutzregularien auf der Agenda der Regulierer stehen. „Gerade diese Vorstöße sorgten dafür, dass sich die EU-Kommission längst nicht nur um systemische Risiken kümmert, sondern sich auch intensiv ins Brot-und-Butter-Geschäft der Kreditinstitute einmischt“, heißt es in dem Beitrag. Banken und Sparkassenwürden daran oftmals Kritik üben und den EU-Behörden oder dem EU-Parlament vorwerfen, mit ihren Änderungen an den ursprünglichen Vorlagen über das Ziel hinauszuschießen. Das gelte beispielsweise für das EU-Gesetzespaket für Bankkonten, das Barnier im Frühjahr vorgelegt hat. „Es hat drei Ziele: Erstens sollen Girokonten-Inhaber leichter zu einem anderen Institut wechseln können. Zweitens soll es für sie einfacher werden, die Konditionen unterschiedlicher Angebote zu vergleichen. Drittens soll jeder, der in der EU ein Girokonto eröffnen will, dazu die Möglichkeit erhalten …“Die deutsche Kreditwirtschaft wiederum halte einige der Vorgaben für unangemessen oder überflüssig, weiß die „Börsen-Zeitung“ zu berichten. Sie befürchte, dass Anforderungen gestellt würden, die aufwendig seien, obwohl sie nicht gebraucht würden. Auch treibe sie die Sorge um, dass im Sog des Bankenpakets Regelungen beschlossen werden könnten, die von den Instituten vehement abgelehnt würden, etwa über Ländergrenzen hinweg portable Kontonummern. Großen Unmut gebe es auch in Sachen Produktinformationsblätter. Die entsprechende EU-Verordnung unter der Abkürzung Prips (Packaged Retail Investment Products), die eine knappe Erläuterung auf einem Zettel (Key Information Document) verlangt, berge das Risiko einer engen Verflechtung mit anderen EU-Regeln – und damit das Risiko inkohärenter Regulierung. Sorgenvoll würden Banken und Sparkassen auch auf zwei anstehende Gesetzgebungsverfahren blicken, nämlich die EU-Richtlinie über die Harmonisierung nationaler Einlagensicherungen sowie das sogenannte Trennbankensystem. In einem Schaubild mit dem Titel „Reichlich Regulierung fürs Retail Banking“ stellt die „Börsen-Zeitung“ diese und weitere Regulierungsvorhaben im Retail-Bereich vor.

 


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