BaFin: Regulierungsfokus hat sich durch Finanzkrise verschoben

19. September 2013 | Von | Kategorie: Top News

Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), sprach auf dem 67. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag der Schmalenbach-Gesellschaft in Frankfurt von deutlichen Verschiebungen im Fokus der Bankenaufseher als Folge der Finanzkrise:
„Nachhaltige Geschäftsstrategien und ein gutes Risikomanagement stehen nun im Zentrum, dadurch wurde die vor der Finanzkrise ausschließlich eigenkapitalbasierte Aufsicht ergänzt.“ Die unternehmerischen Entscheidungen würden von der Aufsicht nicht mehr nur „en passant betrachtet, sondern bilden den Kern der Kontrolle“. „In Reaktion auf die Finanzkrise erwarten wir heute von den Instituten, dass sie uns eine nachhaltige Geschäftsstrategie präsentieren“, sagte König. Und weiter heißt es: „Die Finanzkrise hat nach Ansicht von König offenbart, dass das Risikomanagement der Banken mangelhaft ist. Es soll die Risiken frühzeitig erkennen und richtig aussteuern – diese Bremsfunktion hat aber offenkundig versagt.“ Alle Rechenmodelle seien „zu rosig und zu wenig nach vorne“ gerichtet. Daher seien nun die Anforderungen der Aufsicht durch Stresstests ergänzt worden als Zukunftskomponente und Sensitivitätskontrolle. Weiter erklärte König, dass sich die Bankenaufsicht seit den 1990er Jahren auf einem Irrweg befunden habe. „Es gab eine Regulierung der leichten Hand und man hoffte, dass der Markt alles richten würde.“ Aber dann habe die Lehman-Pleite gezeigt, „dass die Märkte sich länger irrational verhalten können, als deren Teilnehmer liquide sind“. In einem kompetenten Analysebeitrag fasst die „Börsen-Zeitung“ die Positionen Königs zusammen.

 


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