„Schranken für die EZB“

1. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Top News

„Schranken für die EZB“ – In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ fordert Hans-Werner Sinn, Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Uni München und Präsident des lfo-lnstituts, klare „Schranken für die EZB“. „Die wichtigste Aufgabe der nächsten Legislaturperiode ist die Lösung der Euro-Krise und die Sicherung einer funktionstüchtigen gemeinsamen Währung durch Reformen, die die EZB zwingen, ihre fiskalische Regionalpolitik, die sie als Geldpolitik ausgibt, zu beenden“, leitet Sinn seinen Beitrag ein. Eine Fortsetzung der Politik der temporären Beruhigung der Finanzmärkte durch eine Übertragung der Haftungsrisiken von den Investoren auf die Steuerzahler und Rentner der noch gesunden Länder destabilisiere Europa. Die jetzt verantwortlichen Politiker würden nicht mehr im Amt sein, wenn die wegen der demografischen Krise ohnehin schon erdrückenden Rentenlasten mit den Haftungsrisiken aus der Euro-Krise zusammenfallen und eine für den Zusammenhalt der EU bedrohliche Gemengelage erzeugten. Sinn rät abschließend den verantwortlichen Politikern: „Die Regierung sollte in den anstehenden Verhandlungen restriktive Regeln für die Rekapitalisierung der Banken mit Gemeinschaftsmitteln durchsetzen, auch wenn dies bedeutet, dass die Abschreibungsverluste bei der EZB Sichtbarwerden. Deutschland muss sich artikulieren, statt der EZB gegen die dringenden Mahnungen der Bundesbank immer wieder stillschweigende Zustimmung zu signalisieren.“ (Handelsblatt, 1.10.2013/Seite 48)

 


Keine Kommentare möglich.