Bilanzregeln sollen aufgeweicht werden

23. März 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers11 Nach Bericht der heutigen Financial Times Deutschland unterstützen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück Bestrebungen, wonach die Banken auf europäischer Ebene bei der Bilanzierung von so genannten Ramschpapieren vom „Fair Value“-Prinzip freigestellt werden können.
Sollte sich die EU für eine solche Maßnahme entscheiden, könnten die Banken kurzfristig auf der Eigenkapitalseite entlastet werden, da die derzeit in jedem Quartal vorzunehmenden Abschreibungen auf toxische Wertpapiere reduziert werden könnten. In seinem Leitartikel für die Börsen-Zeitung kommentiert Autor Carsten Steevens diese Pläne kritisch und sieht die gängigen Bilanzstandards in der Krise. Regierungen und Regulatoren würden gegenwärtig das Prinzip des „Fair Value“ in Misskredit bringen. Hierzu schreibt Steevens wörtlich: „Das politische Interesse, prozyklische Effekte der Bilanzierungsregeln auszuschalten, weil bestimmte Märkte illiquide und zeitnahe Vermögenswerte nicht zu ermitteln sind, liegt auf der Hand. Die Änderung der Vorgaben soll die Wertkorrektur- und mithin die Eigenkapitalerfordernisse der Banken verringern. Damit wären die Regierungen weniger gezwungen, den Kreditinstituten mit milliardenschweren Kapitalhilfen oder Anleihegarantien – ergo mit Steuermitteln – zur Seite zu springen … Regulatoren und Aufseher wiederum müssen sich ihrem Auftrag zufolge um die Stabilität des Finanzsystems sorgen, weshalb sie nun die prozyklischen Wirkungen der Baseler Eigenkapitalregeln für den Bankensektor (Basel II) beseitigen wollen.“

 


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