EZB-Bankenprüfung belastet europäische Banken

14. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Top News

Die Bilanzprüfungen und Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) als neue Aufsichtsinstanz in Europa stehen vor der Tür.
Laut einer Umfrage der „Börsen-Zeitung“ verbinden Deutschlands Banken mit dem Bilanztest der EZB zwar die Hoffnung auf eine bessere Vergleichbarkeit von Bankbilanzen über Ländergrenzen hinweg. „Im Ungewissen gelassen über seine Details, begleiten sie die Vorbereitungen zugleich aber mit kaum verhohlenem Misstrauen“, so das weitere Ergebnis der Umfrage. Der Bilanztest werde darauf abzielen, die Veröffentlichung über die Qualität der Aktiva zu harmonisieren, glaubt die Deutsche Bank: „Wir erwarten, dass dies die Vergleichbarkeit zwischen Banken verbessern wird.“ Nord/LB und Aareal Bank sehen dies ähnlich. Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen moniert zudem: Unnötige Doppelungen von Aufsichtsstrukturen und Aufsichtsarbeiten müssten vermieden werden, um eine effektive, handlungsfähige und schlagkräftige Bankenaufsicht weiter auszubauen. Die DekaBank wiederum erkenne in der Zentralisierung der Aufsicht auf europäischer Ebene grundsätzlich „Vor- und Nachteile“, werfe aber die Frage auf, ob eine zentrale Aufsicht die Besonderheiten der nationalen Finanzmärkte richtig interpretieren und würdigen könne. Zudem plädiere die DekaBank dafür, Bilanzwerte nach nationalen oder internationalen Vorgaben der Rechnungslegung zu Grunde zu legen. „Eine Vermischung oder Anwendung aufsichtsrechtlicher Wertmaßstäbe solle vermieden werden.“ Sie würde es begrüßen, wenn die neue Aufsicht „möglichst keine zusätzlichen Standards definiert“, teilt die Nord/LB mit. In einem kompetenten Beitrag gibt die „Börsen-Zeitung“ diese und weitere Positionen der Banken wieder.

Unter dem Titel „Stress um Stresstests“ nimmt sich auch das „Handelsblatt“ des Themas an und schreibt: „Deutsche und internationale Aufseher sowie die einheimischen Banken ringen hinter den Kulissen erbittert um den Fahrplan und die Ausgestaltung der anstehenden Bilanzprüfung und der Stresstests.“

Unterdessen informiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber, dass bei der kommenden Prüfung der Bilanzen der etwa 130 größten Banken des Euroraums die Europäische Zentralbank (EZB) wegen der größeren Risiken dieser Finanzinstitute ein zusätzliches Kapitalpolster verlangen werde. Die wichtigsten Banken brauchten „noch einen Aufschlag, der diese herausragende Bedeutung im europäischen Kontext widerspiegelt“, wird das EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zitiert. Aus Merschs Angaben könne zudem geschlossen werden, dass die Banken im nächsten Jahr eine Kernkapitalquote von mindestens 7 % im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva vorweisen müssen. „Hinzu kommt der besagte Aufschlag. Über dessen Höhe wird noch gerungen.“

 


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