Bundesbank fordert saubere Bankbilanzen

28. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Top News

Zentrales Thema in der heutigen Regulierungsberichterstattung ist die in Deutschland im Zuge des EZB-Bilanztests anstehende Risikovorsorge in potenziell problematischen Geschäftsfeldern wie der Schiffs- und der Immobilienfinanzierung. Wie Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, am Freitag erklärte, werde im ersten Schritt des Gesundheitschecks darauf geachtet, ob ausreichend Vorsorge getroffen worden sei, „beispielsweise für Schiffskredite, gewerbliche Immobilienkredite bestimmte Regionen und Länder, bestimmte gewerbliche Kredite, Verbriefungen oder Level-3-Aktiva für die risikoorientierte Portfolioauswahl“. In Phase 2 des dreistufigen Bilanztests, nach einer aufsichtlichen Risikobewertung, würden die nationalen Aufseher für jede Bank relevante Portfolios vorschlagen, aus denen die EZB die zu untersuchenden Bestände auswählt, berichtet die „Börsen-Zeitung“ in einem kompetenten Beitrag. Laut Lautenschläger würden die sich anschließenden Vor-Ort-Bilanzprüfungen in Deutschland Sonderprüfungen gemäß §44 Kreditwesengesetz sein. An diese Asset Quality Review, bei der feste Leitlinien zur Qualitätssicherung für vergleichbare Ergebnisse sorgen sollen, schließe sich ein Stresstest an, dessen Design noch offen sei. Die „Börsen-Zeitung“ verweist im Folgenden auf die beträchtlichen Herausforderungen: „Der Gesundheitscheck bringt nicht nur für die betroffenen deutschen Banken eine Menge Arbeit mit sich. Um 24 deutsche Bankengruppen und vier Auslandstöchter zu untersuchen, werden … rund 200 Aufseher allein aus der Bundesbank eingebunden sein, zudem 300 bis 500 Wirtschaftsprüfer. Diese dürfen nicht Abschlussprüfer des jeweiligen Instituts sein.“ Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen rät Lautenschläger den deutschen Banken, ihre Bilanzen bereits zum Jahresabschluss 2013 intensiv auf mögliche Schwachstellen zu überprüfen. Die Institute müssten sich auf umfassende Datenabfragen nach mitunter neuen Kriterien einstellen, sagt sie. Derweil unterstreicht EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen die große Bedeutung der Bilanzprüfung. Sie sei eine „außergewöhnliche Möglichkeit“, wieder Vertrauen in den Bankensektor herzustellen, sagte er am Freitag in Mailand. Er mahnte erneut verbindliche und konkrete Zusagen der Euro-Staaten an, im Notfall aufgedeckte Kapitallücken von Banken zu schließen.

 


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